Frankreich betont mit Schul-Charta Trennung von Religion und Staat


Bild: tagesspiegel.de
Mit einer Charta zum Auftakt des Schuljahres hat Frankreich am Montag die Trennung von Staat und Religion betont. Mit den 15 Punkte umfassenden Grundsätzen will das Bildungsministerium nach eigenen Angaben «die grundlegenden Regeln des Zusammenlebens im schulischen Umfeld» festschreiben.

europe online-magazine

Nach Einschätzung des sozialistischen Bildungsministers Vincent Peillon wird damit «jede Form von Intoleranz und Ausgrenzung» verhindert.

Die Charta fußt auf bereits seit 2004 bestehenden gesetzlichen Regelungen. Danach ist etwa das Tragen von religiösen Symbolen wie Kippa, Kopftüchern oder großen Kreuzen in öffentlichen französischen Schulen verboten. Unabhängig davon gilt seit 2011 ein ebenfalls umstrittenes Verschleierungsverbot in der Öffentlichkeit.

Frankreich hat eine lange laizistische Tradition, Kirche und Staat sind seit mehr als 100 Jahren getrennt. In der Verfassung für die fünfte Republik von 1958 ist zudem die Religionsfreiheit festgeschrieben.