Impfgegner besteuern wegen Externalisierung von Krankheitsrisiken?


Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)
Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Bekämpfung und Beseitigung von Masern zu einem ihrer wichtigsten Ziele erklärt. So seien in 2011 rund 158.000 Kinder an Folgen einer Erkrankung mit Masern verstorben. Seit der Einführung des Impfstoffes MMR, eines Kombiprodukts gegen Masern, Mumps und Röteln Ende der 1980er Jahre, ist die Mortalität in Folge einer Masern-Infektion von mehr als 2 Millionen Toten jährlich auf nunmehr 158.000 weltweit gesunken. Angesichts der Verfügbarkeit von MMR, eines effektiven und billigen Impfstoffes, ist es das erklärte Ziel der WHO, Masern als Todesursache auszurotten.

Kritische Wissenschaft – Michael Klein

Doch es regt sich Widerstand gegen die Impfung. Viele Eltern, in Deutschland, weigern sich, ihre Kinder mit MMR gegen u.a. Masern impfen zu lassen. Ursache dafür sind vermeintliche Nebenwirkungen des Impfstoffes, die Autismus, multiple Sklerose oder Diabetes hervorrufen können sollen. Diese Nebenwirkungen sind seit 1998 im Gespräch, als Dr. Andrew Wakefield, ein britischer Arzt im Lancet eine Untersuchung veröffentlichte, die angeblich einen Zusammenhang zwischen MMR und Autismus sowie einer Darminfektion aufzeigen konnte.

Zwischenzeitlich wurde Dr. Wakefield die Zulassung entzogen, weil sich herausgestellt hat, dass er mit unlauteren Mitteln zu den Ergebnissen gelangt ist, zu denen er gelangt ist. Die Veröffentlichung der Untersuchung im Jahre 1998 im Lancet hatte einen Pressesturm nach sich gezogen. Scheinbar wollte, wie z.B. heute, wenn es darum geht, die negativen Folgen von Rauchen, Alkohol oder sonstiger Modefeinde zu verkünden, kein Zeitungsredakteur nicht sofort der Überbringer der schlechten Nachricht sein. Niemand hat sich daran gestört, dass die Ergebnisse von Dr. Wakefield gerade einmal auf der Untersuchung von 12 Kindern basierten und entsprechend Vorsicht angeraten gewesen wäre.

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3 Comments

  1. Die Dummheit kennt keine Grenzen! Nicht nur, dass gefakte „Studien“ zu angeblichen Nebenwirkungen von entweder skrupellosen Auftrags-„Forschern“ oder depperten (fragwürdig promovierten) Möchtegern-„Wissenschaftlern“ veröffentlicht werden, nein, es gibt sogar Idioten, die die Ursachen von (Infektions)Krankheiten durch die Bank nicht in Infektionen, sondern in „unausgewogenen Säften“ oder „Energieströmen“ sehen…

    Uns Wissenschaftlern werfe ich vor, dass wir uns nicht hinreichend um die Vermittlung unserer Methoden und damit um die Begründung, warum unsere Ergebnisse vertrauenswürdig sind, sondern fast ausschließlich um die Vermittlung der Ergebnisse an sich bemüht haben. (Unwissenschaftliche) „Ergebnisse“ weisen die Scharlatane scheinbar aber auch vor. Wenn man den Unterschied auf dem Weg zu diesen Ergebnissen aber nicht verstanden hat, wird man als Laie zu leicht auf den Holzweg geführt. Hier ist IMO großer Nachholbedarf!

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  2. Es zeigt sich, christliche Moral hängt nur davon ab ob man selber betroffen ist oder nicht. Trifft das zu, dann gelten ganz andere Regeln, die Dritten (nicht ich) niemals zugestanden werden. Psychopathologisch ist das krankhafter Narzismus. Noch ein wenig Auserwählt Syndrom dazu, fertig ist der All-wissende im Vatikan

    Die Päpste geifern seit jeher gegen humane Rechte mit zugehöriger Gesundheitsvorsorge wie Papst Leo XII: „Jeder, der eine solche (Pocken)Impfung vornimmt, ist kein Sohn Gottes mehr. Die Pocken sind ein Gericht Gottes….die Impfung ist eine Herausforderung des Himmels“ oder Papst Ratzinger: „Die Immunschwächekrankheit AIDS ist nicht mit Kondomen zu überwinden, im Gegenteil, das verschlimmert nur das Problem“. Die Texanische Kirche unter Prediger Kenneth Copeland agiert wie die RKK und Sekten agressiv gegen jedes Impfen als satanische Sünde, bis seine ungeimpften Kinder die Masern bekommen. Ganz plötzlich ist impfen keine Sünde mehr. Das rettet keinen Infizierten, die den veranwortungslosen Predigern geglaubt haben.

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  3. In einer Welt der Esoteriker, Gesundheitsapostel, Wundergläubigen und Gesundbetern, wird es immer schwierig sein, notorische Besserwisser von der Richtigkeit und Notwendigkeit einer gesundheitsprophylaktischen Angelegenheit zu überzeugen. Traurig genug wenn jemand seine Kinder einer, vermeidbaren, gesundheitlichen Gefahr aussetzt. Nach dem Verursacherprinzip sollten zumindest, eventuelle Schädigungen der Allgemeinheit, von den Impfgegnern beglichen werden. Außer einer Impfsteuer böte sich auch an, die Krankenkassentarife entsprechend zu klassifizieren.

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