Hintergrund Islamismus: Ein ganz normaler Student


Al Ansar Media Webseite (Screenshot)
Al Ansar Media Webseite (Screenshot)

Sie kommen an einem Sonntagmorgen und sind auf der Suche nach Mahmud Khalid*. Kurz vor 6 Uhr stürmen sie das Mehrfamilienhaus in der Montabaurer Innenstadt, zwei Dutzend Polizisten, die Waffen im Anschlag.

Rhein Zeitung – Dietmar Telser

Nach wenigen Minuten ist der Einsatz zu Ende. „Wir haben ihn gefunden“, ruft ein Polizist und versucht, die Nachbarn zu beruhigen: „Sie können jetzt weiterschlafen.“ Es ist der 4. Juli 2010. Der Westerwald hat seinen ersten Al-Kaida-Fall.

Drei Jahre später, am 17. April 2013, wird Mahmud Khalid zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Vor dem Koblenzer Oberlandesgericht wurden die Taten penibel rekonstruiert. Mahmud war kein Terrorist und auch kein Al-Kaida-Stratege. Er sorgte aber dafür, dass die Propaganda der Islamisten möglichst vielen zugänglich gemacht wurde. Jahrelang betrieb der Student Seiten im Internet, auf denen Anschläge verherrlicht wurden. Er übersetzte Reden von Osama bin Laden, er verlinkte ein Video, das zeigt, wie Terroristen einem US-amerikanischen Geschäftsmann den Kopf abschlagen. Immer professioneller ging er im Laufe der Jahre vor. Er zapfte das WLAN-Netz der Nachbarn an und gründete eine Art Medienstelle für Terroristen, das Al Ansar Media Battalion. Es war in dieser Zeit das bedeutendste Medium zur Verbreitung von Propaganda für den Glaubenskrieg im deutschsprachigen Raum.

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