Ist Gott eine Frau?


Bild: Lucas Cranach d. Ä. 1530 (public domain)
Bild: Lucas Cranach d. Ä. 1530 (public domain)

Für die katholische Theologin Vera Zingsem ist das männlich geprägte Bild von Gott und Maria, die „als reine Magd“ zu allem Ja und Amen sagt, die Ursünde unserer Gesellschaft. Gibt es daraus ein Entkommen?

Neue Südtiroler Tageszeitung

Tageszeitung: Frau Zingsem, ist Gott ein Mann?

Vera Zingsem: Mit Sicherheit nicht. Das Wort „Gott“ war in der deutschen Sprache ursprünglich ein Neutrum, weder männlich noch weiblich. Im übrigen geht es bei all unseren Vorstellungen von „Gott“ nur um die Bilder, die wir Menschen uns vom Göttlichen machen. Wie Gott jenseits und hinter diesen Bildern aussieht, können wir nicht wissen. Soviel sollten wir seit den Tagen der Aufklärung eigentlich begriffen haben.

In den großen monotheistischen Religionen, das Christentum allen voran, ist das Bild von Gott männlich besetzt. Wird, kann und soll sich das jemals ändern?

Selbstverständlich muss sich das ändern. Ein männliches Bild von Gott wird schließlich unserem Leben hier auf dieser Erde in keiner Weise gerecht. Es schließt sowohl die Frau als auch die Natur, die in allen Kulturen der Welt stets unter weiblichen Vorzeichen auftritt, vom Bereich des Heiligen aus. Insofern Menschen dazu neigen, das, was sie als ihren höchsten Wert erkennen, als göttlich zu erklären, bleibt für Weibliches in unserer Kultur nur Minderwert übrig. D. h. das Männliche hat sich auf Kosten des Weiblichen selbst vergottet. Dies führt jedoch nicht zum Heiligen, sondern geradewegs in die Hybris. Wer das für ein ausgeglichenes Weltbild hält, der muss schon sehr verblendet sein. Um es mit dem Religionswissenschaftler Kenneth Meadows zu sagen: „Die Dominanz des Mannes trennt uns von unserem wahren spirituellen Wesen.“

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3 Comments

  1. Das ist doch ganz eindeutig, Gott ist homosexuell und hat eine innige Beziehung mit dem Heilignen Geist und dem allerliebsten Jesulein.

    Allerdings hat Gott sich noch nicht festgelegt, wen er denn für Jesus hält. Der US-Sozialpsychologe Milton Rokeach analysiert 1959-1961 im Ypsilanti State Hospital das Verhalten von 3 Patienten, die sich für Jesus halten und durch Reden vermitteln. Den 3 Patienten gilt der jeweils andere Jesus als Roboter oder Irrer. Äußere Einflüsse stimmen die 3 Söhne Gottes nicht um, zu einem Artikel in der Lokalzeitung über ihren Fall meinen sie, diese Männer wären irre und gehören in eine Anstalt. Die 3 Jesus Typen werden nie geheilt und bleiben bis zu ihrem Ende als wahre Söhne Gottes in der geschlossenen Psychiatrie.

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  2. Etwas das es nicht gibt, kann weder ein Mann noch eine Frau sein. -Höchstens „Heiße Luft“. Und die ist gerade Mal „sächlich“.-

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