S. Rushdie: „Gott ist eine lächerliche Idee“


Bild: sonntag-sachsen.de
Nicht nur Politiker und Parteien können derzeit ins Kreuzfeuer harter Kritik geraten. Auch der Religion blies in der vergangenen Woche scharfer Wind ins Gesicht. Der bekannte indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie verkündete auf einem großen Literaturfest in Berlin: »Gott halte ich für eine lächerliche Idee.« Er hoffe, fügte er hinzu, dass sich der Atheismus weiter ausbreite.

Von Stefan Seidel – Der Sonntag

Rushdies polemische Äußerung könnte getrost ignoriert werden, spräche daraus nicht eine weit verbreitete Meinung. Nicht zuletzt die breite Zustimmung in der Bevölkerung für ein Verbot der Beschneidung förderte eine allgemeine Religions-Antipathie zutage. Religion, so scheint es, wird vielfach als etwas Rückständiges angesehen. Als etwas, das leicht in Ressentiments, Fundamentalismus und Gewalt umschlage. Beschneidung, Kopftuch und Burkini sind vielen Menschen hierzulande ebenso suspekt wie Kreuze im Klassenzimmer und christliche Homosexualitätskritik. Auch taucht Religion in den Medien oft nur im Zusammenhang mit Krieg und Terror in aller Welt auf.

weiterlesen

1 Comment

  1. „Gott halte ich für eine lächerliche Idee“ findet Salman Rushdie nach seiner Beschäftigung mit dem Islam…. 😉 …zum gleichen Erlebnis kommt man durchs Lesen der Bibel. 😉

    Der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago interpretiert das alte Testament in seiner letzten Erzählung „Kain“ ganz neu, was den Feulletonisten Florian Borchmeyer in der FAZ dazu veranlasst dem Hrlden Kain in den Mund zu legen: „Gott habe wohl eine Schraube locker und der liebe Gott müsse dringend in Therapie.“ 😉

    In seinem Neutestamentarischen Roman „Evangelium nach Jesus Christus“ rüttelt José Saramago – wie der Stellvertreter Gottes auf Erden im Vatikan feststellt „blasphemisch“ an den Wurzeln des Christentums, mit einer Geschichte, die jeder Leser kennt, aber mit überraschenden Schlüssen. Beim einem Treffen Gottes‘ mit Jesus -übrigens im Beisein des Teufels 😉 – in einem Boot auf dem See Genezareth , wird Jesus von Gott die bevorstehende Kreuzigung zum Heil Gottes verkauft, was ihm zwar das Leben koste, aber sehr sehr…..berühmt mache. Auf diesen seiten des Buched erkennt man nicht nur „die Lächerlichkeit Gottes“ wie Rushdie herausfand sondern auch seine BrandGefährlichkeit, wie die 2000 jährige „Kriminalgeschichte des Christentum“ von Karl-Heinz Deschner beweist.. 😉

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.