Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und das Auswärtige Amt schweigt – aus politischen Gründen


Auswärtiges Amt © MiG
Das MiGAZIN berichtete erstmals über den systematischen sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen in einem von Deutschland finanzierten Ausbildungsbetrieb in Korea. Die Linkspartei fragte, ob die Vorwürfe stimmen. Jetzt liegt die skandalträchtige Antwort des Auswärtigen Amtes vor.

Von Martin HyunMiGAZIN

Man stelle sich vor, die Bundesregierung finanziert ein Berufsbildungszentrum im Ausland zur Rekrutierung von Arbeitern für den deutschen Arbeitsmarkt. Man stelle sich weiter vor, der deutsche Leiter dieses Bildungszentrums würde die in seiner Obhut befindlichen Jugendlichen systematisch sexuell missbrauchen. Und man stelle sich auch vor, die Bundesrepublik erfährt davon und schaut tatenlos zu. Unglaublich? Ja, aber wahr!

Das geht aus verstaubten und über 30 Jahre als Verschlusssache geheimgehaltenen Akten des Auswärtigen Amtes hervor. Der Skandal ereignete sich in den 1960ern in der koreanischen Stadt Naju. Im Jahre 1967 erfuhr das Auswärtige Amt erstmals von den Missbrauchsfällen. Laut Akten wurde von einem „Schönheitsfehler“ gesprochen. Das Schicksal der betroffenen Kinder war zweitrangig. Im Gegenteil, die Carl-Duisberg-Gesellschaft, ein Förderer des Ausbildungszentrums, drängte nach Bekanntwerden des Skandals, dass das Projekt „unter allen Umständen weitergeführt wird“.

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