Die katholischen Intellektuellen sterben aus


Bild: Flickr/Bengt Nyman (CC BY 2.0)
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Deklassierung, Ausgrenzung, Kapitulation: Der Historiker Stefan Gerber erklärt den Rückzug katholischer Denker aus öffentlichen Debatten. Dagegen kommt der „postkatholische Intellektuelle“.

Von Karin WollschlägerDIE WELT

Gibt es heute noch katholische Intellektuelle? „Nein, eigentlich kaum noch“, lautet die nüchterne Bilanz des Jenaer Zeithistorikers Stefan Gerber. „Zumindest will keiner mit dem Attribut ,katholisch‘ in Verbindung gebracht werden.“

In seinen Forschungen hat Gerber sich mit der Rolle katholischer Intellektueller im 20. Jahrhundert auseinandergesetzt. Eine Geschichte von Ausgrenzung, Deklassierung und Kapitulation. „Letztlich hat das sicher dazu beigetragen, dass sich heute Intellektuelle so sehr dagegen wehren, in eine vermeintlich katholische Schublade gesteckt zu werden“, sagt Gerber.

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3 Comments

  1. Der gläubige Untertan, dessen Hauptsorge es ist, ein Untertan zu bleiben, glaubt an eine „Moral“, an einen Sieg des „Guten“ über das „Böse“. Doch was ist schon eine „Moral“ (unabhängig davon, ob manche sie „Ethik“ nennen) gegen das Prinzip Eigennutz = Gemeinnutz, die endgültige Lösung der Sozialen Frage? Die erstmalige Erkenntnis, wie eine ideale Zivilgesellschaft, in der es automatisch das Beste für alle bedeutet, wenn der Einzelne nur das Beste für sich anstrebt, technisch zu verwirklichen ist – und nichts anderes -, machte den Propheten Jesus von Nazareth zur berühmtesten Persönlichkeit der Welt, auf der bis heute die planetare Zeitrechnung basiert:

    (NHC III,5) Der Herr sagte: “Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen.”

    Wir sollen Jesus also nicht anbeten, sondern ihn – bzw. seine Erkenntnis – verstehen: Wahre Nächstenliebe ist nicht irgendeine „Moral“, sondern das Prinzip Eigennutz = Gemeinnutz! Und „der Herr“ war Jesus für die Urchristen (Gnostiker = Wissende) nicht, weil er etwa aufgrund einer „höheren göttlichen Moral“ Macht über sie hatte (die Macht hatten Geisteszwerge, die sich „Römische Kaiser“ nannten), sondern weil er über ein einzigartiges Wissen verfügte, das einige Wenige in Ansätzen, aber noch niemand ganz verstehen konnte. Für Moralverkäufer ist wahre Nächstenliebe aber eine Horrorvorstellung, denn dann wird die „Moral“ so überflüssig wie eine Taschenlampe (damals noch eine Kerze) bei Sonnenschein. Also hatte die „heilige katholische Kirche“, … nachdem sie im Jahr 325 zur römischen Staatsreligion geworden war, erst einmal nichts anderes im Sinn, als die originale Heilige Schrift des Urchristentums (Gnosis = Wissen) zu verbrennen und alle Gelehrten, die die Schriften gelesen hatten, zu ermorden. … Etwas in dieser Art kommt immer dabei heraus, wenn in den naiven Kategorien „gut“ und „böse“ gedacht, bzw. zu denken versucht wird.

    Jesus von Nazareth war jener Prophet, der sich als erster Denker über Gott erheben konnte, und den der Philosoph Friedrich Nietzsche in seinem Epos „Also sprach Zarathustra“ erst wieder neu erfinden musste, weil die „Bildzeitung der Antike“ (die vier biblischen Evangelien) nur noch Unsinn über ihn verbreitet. Das Genie, wenn auch zum „Gottessohn“ erhoben, wurde von der Kirche zu einem moralisierenden Wanderprediger degradiert.

    Alle, die sich heute „Christen“ nennen, leben in einem Cargo-Kult – und haben somit kein Recht, sich über irgendwelche Buschmänner lustig zu machen, die eine aus einem Flugzeug gefallene Coca-Cola-Flasche für ein „Zeichen der Götter“ halten:

    Glaube Aberglaube Unglaube

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  2. Nach Franz Buggle’s „Denn sie wissen nicht was sie glauben – Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann“ und nach Karl-Heinz Deschner’s 10 bändiger „Kriminalgeschichte des Christentums“ entpuppt sich das Christentum im 21. Jahrhundert als Inellektuelle Geisterbahn, auf die man sich freiwillig nur noch begibt, wenn die akademische Berufung immer noch vom Wohlwollen der Kirchen abhängt. 😉

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  3. In 40 Berufsjahren in Forschung und Entwicklung der Naturwissenschaft habe ich noch nie etwas von katholischen Intellektuellen gehört.

    Angefangen hat das überragende Wissen des Katholizismus mit der Sünden-, Sitten- und Verdammnis-Lehre plus Erbsünde, die erfindet Augustinus von Hippo (354-430 n.C.), ebenso wie die gerechten Kriege und den krassen Antisemitismus. Dunkelheit und Böses sind für Christen Gegenpole zu Licht und Gutem in Gottes Natur. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als armseliges Diesseits existieren nicht, Zeit entsteht nur im Geist auf dem Weg zum Jenseits in Gottes Glorie. Sünder braten auf ewig in der Hölle, die Flammen des Fegefeuers reinigen nicht. Böse ist jegliche Sexualität, ein freier Wille ist nicht existent, Bildung und Wissen sind nutzlose Eitelkeit als satanische Verführung auf dem Weg ins Paradies.

    Dieser größte Geist des Katholizisus stützt seine Lehre auf Thales von Milet (624-545 v.C.), Anaximander von Milet (611-547 v.C.), Anaximenes (585-524 v.C.), Anaxagoras von Klazomenai (499-428 v.C.), Leukipp von Abdera (450-420 v.C.), Lucretius (97–55 v.C.), Lactanius (245–325 n.C.), Cyril von Jerusalem (315–368 n.C.), John Chrysostom (344–408 n.C.), Severian von Gabala (um 408 n.C.) usw. Für diese Leute schwimmt die flache Erdenscheibe auf dem Urmeer unterm Firmament, an dem Sonne, Mond und Sternen täglich aufgehängt werden (Psalm 104:5, Hiob 9:6, 1.Sam 2:8, Matt 4:8). Die Wasser des Himmels als Regen darüber, Engel halten die Winde an 4 Ecken, die Kontinente waren immer wie heute.

    Theologen studieren 8 Jahre Zombielogie unter Leugnung historischer und wissenschaftlicher Fakten. Dafür jagen Exorzisten böse Dämonen, tote Könige regieren nicht fiktive Reiche, Propheten predigen in nie gebauten Tempeln, Analphabeten schreiben Texte in noch nicht existierenden Sprachen, Blinde können wieder sehen, Lahme gehen, Arme und Beine wachsen nach, Essen entsteht aus Nichts, Auserwählte wecken Tote auf, Heilige haben gleichzeitig 11 Pimmel oder 3 Köpfe, Untote geistern Jahrtausende herum und erfüllen Betenden jeden Wunsch, gläubige Einfaltspinsel fressen Untote als Zombiekeks und saufen deren Blut wie Graf Dracula, Gottes perfekter Schöpfung sind die Genitalien zu justieren. Das liebe Jesulein erlöst alle Einfaltspinsel von etwas, was kein Mensch jemals hatte, die Kirchen jedem mit Drohungen und Terror einreden und teuer bezahlen lassen. Zombielogen erklären ohne eigenes Wissen mit heiligem Geschwurbel jede Realität der Welt einzig durch die Kraft des wahren Glaubens.

    Wer auch nur einen winzigen Funken Verstand hat, der verachtet diese Märchen und Mythen als Folklore aus der Steinzeit.

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