OLG Hamm konkretisiert Beschneidungsgesetz


Im türkischen Kulturkreis wird die Beschneidung als ein Schritt in die Männlichkeit gefeiert – Hier eine Massenfeier in Küçükçekmece/TR © by Küçükçekmece auf Flickr (CC BY-SA 2.0), bearbeitet islamiQ
Das Oberlandesgericht Hamm hat die kulturell begründete Beschneidung eines 6 Jahre alten Jungen verboten. Das Gericht konkretisierte dabei die Anforderungen an eine Beschneidung und begründete den Beschluss mit dem Kindeswohl. Die Entscheidung könnte auch Auswirkungen auf Muslime haben.

IslamiQ

Mit Beschluss vom 30. August hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm einer Mutter vorläufig verboten, ihren 6 Jahre alten Sohn beschneiden zu lassen. Das Gericht bestätigte damit einen Beschluss der Vorinstanz und konkretisierte die neuen rechtlichen Vorgaben zur Beschneidung von Jungen. Diese waren erst im Dezember des vergangenen Jahres von Bundestag und Bundesrat im Eilverfahren verabschiedet worden, um die bei Beschneidungen von muslimischen und jüdischen Jungen herrschende Rechtsunsicherheit aufzuheben.

Laut Beschluss des OLG müssten Eltern umfassend über den Eingriff der Beschneidung informiert und aufgeklärt werden und auch das Kind müsse in einer verständlichen Sprache informiert und gefragt werden. Dabei sei es unerheblich, ob das Kind selbst über seine Beschneidung entscheiden könne oder nicht. Eine Einbeziehung und Berücksichtigung bei der Entscheidung sei nötig.

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