Nahles: SPD will keine Gleichstellung der Konfessionsfreien und Atheisten


jesus-spdBei der Parteispitze zeigt man weiter klare Kante gegen konfessionsfreie Sozialdemokraten. Wie ein Schreiben der Generalsekretärin erklärt, ist die Zulassung eines Arbeitskreises für konfessionsfreie und nichtreligiöse Genossen „derzeit und bis auf weiteres nicht beabsichtigt.“ Ein deutlicher Widerspruch zu früheren Ankündigungen von Parteichef Sigmar Gabriel.

Von Arik Platzekdiesseits.de

Immer unverhohlener stemmt sich die SPD-Führung gegen die Wurzeln sozialdemokratischer Traditionen, denn kirchenferne Parteimitglieder sollen anscheinend keinesfalls auf die innerparteiliche Gleichberechtigung mit ihren konfesssionell gebundenen Genossen hoffen können.

Abgeschmettert worden war zuvor der Antrag eines 2010 gegründeten Zusammenschlusses laizistischer Sozialdemokraten auf Anerkennung neben den zwei bislang zugelassenen Arbeitskreisen von Parteimitgliedern mit christlichem und jüdischem Bekenntnis. Die Begründung damals: Die Herbeiführung einer strikten Trennung von Staat und Kirche entspricht weder den Zielen des SPD-Grundsatzprogramms noch den Zielen des Grundgesetzes.

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1 Comment

  1. Ich habe es an anderer Stelle auch schon so ähnlich kommentiert. Ich gehe mal davon aus, dass die Leser hier nicht identisch sind mit meinen Facebook-Lesern:

    Andrea Nahles ist im Grunde ihres Herzens eine antidemokratisch gesinnte Person. Das bezeugt sie einmal durch ihre Ablehnung, Konfessionsfreien und Atheisten einen Arbeitskreis zuzugestehen, wie er ganz selbstverständlich Kirchenangehörigen zugebilligt wird. (In Kürze vermutlich auch Muslimen.) Die gleichberechtigte Teilnahme weltanschaulich neutraler Gruppierungen am innerparteilichen und damit gesellschaftlichen Entwicklungsprozess lehnt sie ab.

    Viel deutlicher noch kam ihre Distanz zu Demokratie und Aufklärung durch ihre vielfach geäußerte Meinung zum Vorschein, überzeugte Katholikin und »begeisterte Anhängerin von Papst Benedikt XVI.« zu sein. Siehe auch ihr Buch: Frau, gläubig, links: Was mir wichtig ist.

    Nur zur Erinnerung, Frau Nahles, falls Sie es vergessen haben sollten: Ein Papst ist der letzte absolute Monarch in Europa. Er verkörpert Legislative, Exekutive und Judikative in einer Person, es gibt keine Opposition. Ist dieses Herrschaftsmodell ihr heimliches Vorbild? Mit Demokratie hat dies gewiss nichts zu tun!

    Wäre Ihre geliebte katholische Kirche eine Partei, würde sie sofort verboten werden. Sie schützt Kinderschänder so lange, wie es irgend geht. Sie hat vielerlei Kontakte zur Mafia und selbst die seriöse FAZ sprach neulich von den »Halunken der Vatikanbank« (faz-net vom 25.9.13). Von der andauernden Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen ganz zu schweigen. Für ihre desaströse Geschichte und erbarmungslose Verfolgung Andersdenkender hat sich diese Kirche nie entschuldigt. Dazu also bekennen Sie sich mit Überzeugung, Frau Nahles?

    Sie wissen selbst, wie wenig die katholische Kirche von der Selbstbestimmung der Menschen hält – einem zentralen Menschenrecht und eine Voraussetzung einer lebendigen Demokratie mit freien und selbstbewussten Menschen. Sie, Frau Nahles, verteidigen das kirchliche Arbeitsrecht, das weder Glaubensfreiheit, Streikrecht noch Schutz der Intimsphäre der Arbeitnehmer kennt. Wundert es Sie, dass eine »sozialdemokratische« Partei, der eine solche Generalsekretärin vorsteht, kaum noch Glaubwürdigkeit beanspruchen kann?

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