„Zwölf Stämme“: „Alle Kinder werden geschlagen“


Bild: twelvetribes.org
Heute quälen ihn Albträume und Lähmungen. Die Dunkelheit kann er nur schwer ertragen, weil dann die Erinnerungen wach werden. Erst mit den Bildern eines RTL-Berichts ist ein jahrelanges Versteck- und Verwirrspiel ans Tageslicht gekommen. Die Süddeutsche Zeitung portraitiert in ihrer aktuellen Ausgabe zwei Aussteiger, die einen Großteil ihrer Kindheit in den Klauen der Sekte „Zwölf Stämme“ gefangen waren.

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Dabei schildert der anonyme 17-jährige Aussteiger Peter ein System übelster Unterdrückung: Neben der systematischen Prügel würden die Kinder auch zur Kinderarbeit gezwungen. Sowohl dagegen als auch gegen die in der Sekte gehandhabte Beschneidung könnte das Gericht vorgehen, schreibt Süddeutsche-Redakteur Stefan Mayr.

Die Sekte selbst, die in den 70er Jahren in den USA gegründet wurde, sieht sich als Nachfolger der „Zwölf Stämme“ Israels. Sie lebt streng nach den Regeln des Alten Testaments, wozu eben auch die Züchtigung ihrer Kinder mit „der Rute der Korrektur“ gehört. Obwohl die deutsche Justiz durch einige Aussteiger und durch Medienberichte Hinweise auf das Gebaren der „Zwölf Stämme“ hatte, kam es nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Augsburg nie zu Anklagen, „weil sich die Taten nicht in einer ausreichenden Weise hatten konkretisieren lassen“.

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