Die katholische Kirche und der Holocaust


Pius XII beim Konkordat 1933 (CC-by-sa/3.0 Germany by Bundesarchiv DE)
Pius XII beim Konkordat 1933 (CC-by-sa/3.0 Germany by Bundesarchiv DE)

In seinem Buch Pius XII. und die Vernichtung der Juden forscht der belgische Philosoph Dirk Verhofstadt eingehend nach den Verstrickungen der Vatikans mit dem Nationalsozialismus und untersucht dabei unter anderem die Frage, wie viel die Kirche vom Holocaust wusste. Sein Befund: Der Vatikan war gut informiert und hat bis auf wenige Ausnahmen nichts dagegen unternommen. Der Grund: Die eindeutige Präferenz des Papstes für den Nationalsozialismus gegenüber Liberalismus und Kommunismus.

Telepolis – Reinhard Jellen

Herr Verhofstadt, können Sie uns Momente in der Geschichte der katholischen Kirche nennen, bei denen sie zu Ehren Adolf Hitlers die Glocken läuten ließ, beziehungsweise ihre Gebäude mit Hakenkreuzfahnen schmückte?

Dirk Verhofstadt: Zur Ratifizierung des Konkordats zwischen Nazi-Deutschland und dem Vatikan wurde am 10. September 1933 in Berlin mit einem Dankgottesdienst in der St.-Hedwigs-Kathedrale gefeiert. Domprediger Pater Marianus Vetter predigte über „den Geist des Konkordats“ und dankte nachdrücklich für die Vereinbarung zwischen dem Heiligen Vater und dem Führer, „der allgemein bekannt ist für seine Hingabe zu Gott und seine Sorge um das deutsche Volk“. Eine SA-Abteilung nahm mit Musikkorps und allem was dazugehört an der Messe teil. Nazifahnen und katholische Banner hingen nebeneinander, und während des Gottesdienstes wurde das Horst- Wessel-Lied gesungen.

weiterlesen

2 Comments

  1. Schön dass sich nun auch ein Belgischer Historiker und Philosoph -ohne Schere im Kopf- mit der Verstrickung des Vatikans in die sogenannte „Machtergreifung Hitler’s“ und seine parlamentarische „Ermächtigung“ zum deutschen Diktator 1933 und die Nähe des Vatikan’s zum Nationalsozialismus beschäftigt. 😉

    Bei uns hat das bisher der „alternative“ -also nicht öffentlich-rechtlich gegängelte- Historiker KarlHeinz Deschner getan.

    http://m.youtube.com/watch?v=BLl2utkL01M&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DBLl2utkL01M

    Hitler bedankte sich 1933 beim Vatikan umgehend mit dem „Reichskonkordat“, bis heute eine sprudelnde deutsche Geldquelle für den Vatikan und Machtinstrument für den deutschen Klerus dortselbst. 😉

    Der Strippenzieher für den kalten Staatsstreich Hitler’s 1933 waren der vatikanische Nuntius Pacelli der spätere vatikanische Aussenminister des Vatikan und spätere Papst Pius XII wie der Bonner Prälat Ludwig Kaas, der sich nach dem trickreichen Durchboxen Hitler’s zum Diktator, aus dem „Staube“ machte und nie wieder deutschen Boden betrat. 😉

    Papst Pius XII soll nun trotz seiner fatalen Politik HitlerDeutschlands gegenüber, die Millionen von Europäern mit dem Leben bezahlten, auch noch Heiligesprochen werden… 😉 …..wohl als RealSatire ? 😉 …..er wird dann vielleicht vom „Heiligen Konstantin“ im himmlischen Arbeitskreis besonders blutiger Machtmenschen willkommen geheissen werden? 😉 😉

    Wegen des starken Einflusses der RKK auf Besetzung von „Konkordats“ -Lehrstühlen für Geschichte und Philosophie an unseren Uni’s,“ hörten“ meist nur weichgespülte Geschichtler und Philosophen einen Ruf zum Lehrstuhl. 😉

    Da zudem bei uns der Hitlerschmöker „Mein Kampf“ verboten ist, kann unsere Öffentlichkeit selbstständig auch nicht erkennen, dass Hitler seine Judenpolitik im Machwerk, auf „Hochachtung“ für die Kirche bei der Verfolgung und Unterdrückung der „ChristusMörder“ im Mittelalter speiste. 😉
    Ein Schelm wer böses dabei denkt. 😉

    Gefällt mir

  2. Das waren nicht etwa einzelne Priester, sondern die gesamte RKK Führung vom Papst abwaärts, die eine Möglichkeit sah den bösen Erzfeind los zu werden

    Adolf Schicklgruber aus einer Familie mit schizophrener Auffälligkeit bekennt sich als Katholik: „Zunächst stehen heute an der Spitze Deutschlands Christen und keine internationalen Atheisten. Ich rede nicht vom Christentum, sondern ich bekenne, dass ich mich auch niemals verbinden werde mit solchen Parteien, die das Christentum zerstören wollen“.

    Er bewundert die RKK: „Bis jetzt hat es nie etwas Großartigeres auf Erden gegeben, als die hierarchische Organisation der katholischen Kirche. Ich übertrug viel von dieser Organisation in meine eigene Partei. Was die Juden betrifft, führe ich nur dieselbe Politik fort, die die katholische Kirche sich seit 1500 Jahren angeeignet hat, indem sie Juden als gefährlich beurteilte und sie in Gettos etc. verstieß, weil sie wusste, wie die Juden seit jeher wirklich waren“

    Der Jesuitenpater Stempfle dient Hitler als Ghostwriter voni „Mein Kampf“ und wird ermordet. Bischof Clemens August Graf von Galen als RKK Widerstandsheld, huldigt 1942 der NS-Politik: „aber auch zur besonderen Ehrung, die wir unseren gefallenen Kriegern schulden. … Sie wollten in einem neuen Kreuzzug mit dem Feldgeschrei ‘Gott will es’ den Bolschewismus niederringen, wie es vor wenigen Tagen der spanische Befreier Franco in einer Rede zu Sevilla mit christlicher Zielsetzung rühmte.“

    Kardinal Adolf Bertram schleimt 1933 Speichel leckend in Demut dem GRÖFAZ Adolf Schicklgruber: „Der Episkopat aller Diözesen Deutschlands hat, wie die öffentlichen Kundgebungen erweisen, soweit es nach der Neugestaltung der politischen Verhältnisse durch Eurer Exzellenz (Hitler) Erklärungen ermöglicht wurde, sogleich die aufrichtige und freudige Bereitwilligkeit ausgesprochen, nach bestem Können zusammenzuarbeiten mit der jetzt waltenden Regierung, die die Gewährleistung von christlicher Volkserziehung, die Abwehr von Gottlosigkeit und Unsittlichkeit, den Opfersinn für das Gemeinwohl und den Schutz der Rechte der Kirche als Leitsterne ihres Wirkens aufgestellt hat.“

    Auf Drängen der RKK verbietet die NSDAP alle Freikirchen. Adolf Hitler erklärt per Reichstagrede 1933 den Vollzug, alle Atheisten sind ausgerottet. Der Vorsitzende des Freidenker-Verbandes Max Sievers stirbt 1944 im Zuchthaus. Die Nürnberger Gesetze von 1935 und die Reichspogromnacht von 1938 begrüßen die Amtskirchen jubelnd so wie die Deportationen der Juden ab 1941. Das Reichsbürgergesetz erlaubt es ohne Gerichtsverfahren Behinderte, Sinti, Roma, Juden und „Feinde“ auszurauben wie von Martin Luther gefordert und beruft sich auf Augustinus von Hippo als den 1.ten christlichen Judenhetzer überhaupt.

    Der evangelische Generalsuperintendent Otto Dibelius verkündet 1933: „Die Kirche „kann und darf den Staat nicht daran hindern, mit harten Maßnahmen Ordnung zu schaffen. Sie werden es erleben, dass das, was jetzt in Deutschland vor sich geht, zu einem Ziele führen wird, für das jeder dankbar sein kann, der deutsches Wesen liebt und ehrt. Die Kirche habe weiterhin aber auch „den Wunsch, das Dritte Reich möge bald so gefestigt sein, dass ´die Gewalt nicht mehr nötig ist“
    Der evangelische Landesbischof und NSDAP-Mitglied August Marahrens zerstreut 1936 Zweifel an der Hitler-Treue „Wir wiederholen es an dieser Stelle ausdrücklich, dass wir unzählige Male seit dem Anbruch unseres nationalsozialistischen Staates öffentlich und feierlich erklärt haben: daß wir in Opferbereitschaft und Treue für diesen Staat einzutreten bereit sind. Es ist also bis auf diese Stunde die Verdächtigung politischer Unzuverlässigkeit unbegründet und, von wo aus sie auch versucht werden sollte, nachdrücklich und feierlich abzuweisen.“ So betreiben gute NSDAP-Christen Zwangsarbeiterlager und vermieten billige Arbeitssklaven.

    Das „Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin“ unter Dompropst Lichtenberg und später Bischof Konrad Graf Preysing informiert ab 1938 die Bischöfe und die Kurie im Vatikan über Deportationen von Juden und ab 1942 über SS-Erschiessungskommandos. Die RKK ist mit Priestern und Mönchen daran beteiligt 15% der Kroaten als Ungläubige zu ermorden, sie organisiert und bezahlt nach dem Krieg für etwa 300 NS-Mörder wie Pavelic, Mengele, Rauff, Barbie, Stangl, Röschmann, Eichmann usw. die Flucht über Rom nach Argentinien. Priester und NSDAP-Mitglied Erzbischof Iwan Butschko, Bischof Hudal, Pater Draganovic, die Kardinäle Giovanni Montini, Barrere, Caggiano, und Tisserant sind aktiv beteiligt. Adolf Eichmann flieht erst 1950 aus Niedersachsen, die Schuldbekundungen der Kirchen sind billigste Ablenkung.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.