Recherche zu WM-Baustellen: Verhaftet in Katar


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Auf den Baustellen für die Fußball-WM sollen im Emirat Katar zig Wanderarbeiter gestorben sein. Der deutsche Fernsehjournalist Peter Giesel ist in Doha auf der Suche nach den Bildern und O-Tönen zu dem Skandal – bis die Polizei an die Tür seines Hotelzimmers klopft.

Von Christopher KeilSüddeutsche.de

Gegen 19 Uhr am Tag der Deutschen Einheit wurde Peter Giesel zum ersten Verhör ins Federal State Police Department von Doha gebracht. Als er die Polizisten durch den Türspion seines Hotelzimmers erkannte, zog er sein Hemd aus.

Peter Giesel ist 45 Jahre alt. Er war einmal Chefreporter aller Boulevardsendungen von Sat 1 und später als Chefreporter von Focus TV in der Welt unterwegs: „Damals“, sagt er, „als Fernsehen noch etwas kosten durfte“. Im Mittleren Osten kenne er jedenfalls fast jedes Land.

Inzwischen betreibt er eine Produktionsfirma in München. Er will vermeiden, dass man denken könnte, er habe sich naiv verhalten. Oder dass er fahrlässigerweise mit seinem 25-jährigen Kollegen Robin Ahne nach Katar aufgebrochen sei, ohne Drehgenehmigung, aber mit zwei kleinformatigen Kameras im Gepäck. Sein Hemd hatte er ausgezogen, weil er zu wissen glaubte, dass Araber, also auch arabische Polizisten, keinen Raum ohne Weiteres betreten, in dem sich ein halbnackter Ausländer aufhalte.

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