Christen und Atheisten diskutieren im November in Berlin


erbistum-berlin.de
Christen und Atheisten diskutieren Ende November in Berlin beim vatikanischen Dialogforum „Vorhof der Völker“. Unter dem Oberthema „Freiheitserfahrungen mit und ohne Gott“ wird es dazu vom 26. bis 28. November vier Diskussionsrunden mit Vertretern aus Kultur, Wissenschaft und Politik geben, wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, am Montag im Vatikan mitteilte.

kathweb

Die Freiheit des Menschen, vor allem in der Medizin und der Kunst, stehe heute vor bisher unbekannten Möglichkeiten, so Zollitsch. Besonders die Gentechnik lasse eine „unabsehbare Steigerung seiner Fähigkeiten“ erwarten. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Gottesfrage in besonderer Weise.

Im Roten Rathaus befassen sich auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) die Teilnehmer am 26. November in einer Podiumsdiskussion zunächst mit dem grundsätzlichen Verhältnis von Ethik und Gottesglaube. Das Gespräch trägt als Titel das Dostojewski-Zitat „Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt“.

weiterlesen

2 Comments

  1. Die Irrelevanz der Moral

    „Die größte Tragödie in der Geschichte der Menschheit ist wohl die, dass die Moral von der Religion mit Beschlag belegt wurde.“

    Arthur C. Clarke

    Eine Moral beschränkt den Frieden auf eine dörfliche Urgemeinschaft von bis zu 150 menschlichen Individuen, die sich alle noch gegenseitig kennen. Wird die Gemeinschaft größer, sofern die natürlichen Ressourcen in der Umgebung das erlauben, fällt die Gemeinschaft in zwei benachbarte Gruppen auseinander, weil das menschliche Gehirn nicht mehr als die komplexen sozialen Verhaltensmuster von 150 Mitmenschen verarbeiten kann. Auf dieser Basis des Urkommunismus lebte der Homo sapiens über einen Zeitraum von etwa 150.000 Jahren, während die Arbeitsteilung – und damit auch die kulturelle Entwicklung – auf jeweils 150 Menschen beschränkt blieb.

    Erst in den letzten Jahrtausenden kam es zu einer nennenswerten Kulturentwicklung, nachdem der Mensch gelernt hatte, sich andere Menschen oder Menschengruppen untertan zu machen. Dabei ist es allein eine Frage der Sichtweise, ob der Kulturmensch die Götter oder die Götter den Kulturmenschen erschufen, so wie es allein eine Frage der Sichtweise ist, ob der Homo sapiens die Werkzeuge oder die Werkzeuge den Homo sapiens erfanden. Beides bedingte sich gegenseitig, um eine halbwegs und zeitweilig funktionierende Arbeitsteilung nicht nur zwischen 150, sondern zwischen vielen tausend, vielen Millionen, einigen Milliarden Menschen aufzubauen. Begreiflicherweise wird das Zusammenleben dann nicht mehr von einer „Moral“, sondern von den Regeln einer makroökonomischen Grundordnung, auf die sich alle einigen müssen, bestimmt.

    Es waren kulturelle Zwischenschritte erforderlich, in denen der Kulturmensch durch einen Glauben an die Götter jeweils „wahnsinnig genug“ für eine noch fehlerhafte Arbeitsteilung gemacht wurde. Diese Zwischenschritte waren die zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld (Ursozialismus bzw. Staatskapitalismus, z. B. vorantikes Ägypten) und dann die kapitalistische Marktwirtschaft (Zinsgeld-Ökonomie), in der sich die halbwegs zivilisierte Menschheit bis heute aufhält.

    Der bis heute andauernde Eingottglaube befreite den Kulturmenschen aus der unbewussten Sklaverei des Ursozialismus (Vielgottglaube), ließ aber dem „Normalbürger“ wiederum die systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten, gar nicht oder zumindest nicht als Ungerechtigkeit erkennen, sodass der Kulturmensch zwar halbwegs selbständig, aber auch zu einem selbstsüchtigen Raubtier wurde, das sich seine Freiheit auf Kosten anderer erbeutet.

    Damit wurde der Krieg zum Vater aller Dinge – was er aber nur solange sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    Glaube Aberglaube Unglaube

    Liken

  2. Bei dem Mit-Veranstalter RKK Zöllitsch werden nur weichgespülte Agnostiker eingeladen. Das geht dann aus wie das „Hornberger Schiessen“

    Liken

Kommentare sind geschlossen.