Lebenskunde mit Dienstvorschrift


Bild: humanistische Akademie Deutschland
Gestaltungsfelder der Inneren Führung und Lebenskundlicher Unterricht
Seit 1959 gibt es in der Bundeswehr einen sogenannten Lebenskundlichen Unterricht (LKU).

Von Ralf Schöppner – Humanistische Akademie Deutschland

Erteilt wurde dieser stets von christlichen Militärseelsorgern. Den Soldaten stand die Teilnahme frei. 2012 ist die neue Zentrale Dienstvorschrift 10/4 (ZDv 10/4) vom Januar 2009 nach dreijähriger Probephase in Kraft getreten.

Die deutsche Armee will damit auf die Pluralisierung der Gesellschaft reagieren. Die Soldaten seien heute innerhalb und außerhalb der Kasernen den Herausforderungen „kultureller und religiöser Vielfalt“ ausgesetzt (ZDv 10/4, Nr. 107, auch Nr. 101). Als Unterrichtsziele vermerkt die neue Richtlinie insbesondere ethische Bildung, moralische Urteilsfähigkeit, Werteorientierung, Dialogfähigkeit sowie die Entwicklung von Kompetenzen für eine verantwortliche Lebensführung (Nr. 101, 103, 106, 107).

Eine Doppelstunde LKU pro Monat ist nun verpflichtend für alle Dienstgradgruppen (Nr. 104, 205). Es soll sich ausdrücklich nicht um Religionsunterricht und Religionsausübung, sondern um eine berufsethische Qualifizierungsmaßnahme handeln (Nr. 104).

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