Hollywoods unheimliche Geschäfte mit Nazi-Deutschland


Ben Urwand: The Collaboration. Hollywood's Pact with Hitler.
Ben Urwand: The Collaboration. Hollywood’s Pact with Hitler.

Haben die amerikanischen Studiobosse mit dem Dritten Reich paktiert? Zwei neue Bücher beleuchten Hollywoods Rolle in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg – und sorgen in den USA für heftige Diskussionen.

Tagesanzeiger – Elisabeth Bronfen

Wir verdanken unsere zwiespältige Faszination für die Grausamkeit der Nazis nicht zuletzt Hollywood. Dort durften Stars diesem schrecklichen Regime ein so persönliches Gesicht verleihen, dass sich ihre Verkörperungen des Bösen in unserem Gedächtnis eingebrannt haben. Unsere Vorstellung von den Nazis ist nachhaltig beeinflusst von Chaplins Hitler-Satire „Der Grosse Diktator“ (1940), Conrad Veidts drakonischem Gestapo-Major in „Casablanca“ (1942) und jüngst auch von Christoph Waltz‘ wortgewandtem SS-Mann in „Inglourious Basterds“ (2009). Weniger bekannt hingegen ist das Vorspiel zu jenem Krieg der Bilder, den Hollywood nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gegen Deutschland führte. Denn erst 1939 durfte Anatole Litvaks Politthriller „Confessions of a Nazi Spy“, mit Edward G. Robinson in der Hauptrolle, auf der Leinwand offen Kritik an den Nazis üben.

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