Politische Religiotie in Brandenburg


Dietmar Woidke(SPD), Ministerpräsident Brandenburg, Bild: wikipedia
Neu im Amt des Ministerpräsidenten von Brandenburg ist Dietmar Woidke jedoch kein politischer Frischling und sich seiner Taten und ihrer Wirkung wohl bewusst. Evangelisch vom Glauben her muss er nun diesen, ganz Landesvater, an die religiöse Minderheit seiner Brandenburger vermitteln. Ein Grußwort, an die Gläubigen zur Wahl der Gemeindekirchenräte in Brandenburg. Wohlgemerkt, 17,1% der Brandenburger, bei rund 2,5 Millionen Einwohner, bekennen sich zum evangelischen Glauben, Minderheit. Was den Landesvater Brandenburgs nicht davon abhält ein peinliches Schreiben zu verfassen:

Liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden,

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, heißt es in Matthäus 22,39. In diesem Zeichen haben viele ehrenamtlich Tätige, insbesondere die Gemeindekirchenräte unter Ihnen, in den Gemeinden zum Wohle aller Verantwortung übernommen. Ohne Sie wäre ein lebendiges Gemeindeleben undenkbar.

Christliche Gemeinden haben sich über die Jahrhunderte immer wieder bewährt. Sie waren Orte der Zuflucht vor Verfolgung, sie waren und sind Orte des Trostes und der sichtbaren Nächstenliebe, sie sind Orte, an denen Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen. Gemeinden sind immer auch Schule demokratischen Denkens und Handelns. Den Ältesten kommt hierbei die besondere Aufgabe zu, dafür zu sorgen, dass dieses alles möglich wird.

Gemeinden sind nicht nur für sich selbst da. Sie sollen auch in die Gesellschaft hineinwirken. Viele haben Projekte im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes, im sozialen sowie im kulturellen Bereich, im Einsatz für Menschenrechte und im Kampf gegen alte und neue Nazis mitgetragen und gemeinsam mit Partnern im Ehrenamt verwirklicht. Für dieses Engagement braucht es einen lebendigen Glauben, Mut und Kontinuität.

Denn nicht alles gelingt auf Anhieb. Und auch eine Gemeinde mit ihren zahlreichen Angeboten, angefangen von der Kinderbetreuung und Jugendarbeit, über die musikalischen Einrichtungen und Aktivitäten, aber auch über Kreise für Seniorinnen und Senioren sowie der Teilhabe sozial Benachteiligter ist ein sensibler Organismus, der begleitet und unterstützt sein will.

Demokratie lebt von Achtung, Wertschätzung und respektvollem Miteinander. Die Orientierung an diesen Werten hat Kirche in der DDR für viele zu einem Anker werden lassen. Diese Werte haben unverändert Bestand und werden durch Kirche und ihre Gemeinden wachgehalten. Lebendige Gemeinden sind Ausdruck einer gut funktionierenden Demokratie. Sie machen damit Kirche zu einem beispielgebenden Partner der Politik und zu einem wichtigen Teil unseres Gemeinwesens.

Kirche kann und soll soziales und kulturelles Leben in Stadt und Land, in den Dörfern, Gemeinden und Städten mitgestalten. Sie soll sich einmischen in die gesellschaftliche Entwicklung, denn ihre Stimme ist und bleibt unverzichtbar zur Beantwortung existenzieller Zukunftsfragen.

Sie alle, liebe Gemeindekirchenräte, setzen mit Ihren Gemeinden und Ihrem Engagement ein sichtbares Zeichen in dieser Gesellschaft. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich! Es ist mir ein Herzensanliegen, Sie, liebe Schwestern und Brüder, zu ermuntern, nicht nachzulassen in der Bereitschaft, diese Verantwortung zu übernehmen, sei es durch eine Kandidatur oder sei es durch Ihre Stimmabgabe bei den anstehenden Gemeindekirchenratswahlen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Wahlsonntag!

Ihr
Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg

Veröffentlicht: Die Kirche, evangelische Wochenzeitung

3 Comments

  1. @Rolo
    Doppelt woanders gepostet

    Bei einer ständig rückläufigen oder abnehmenden Zahl an Religioten betreibt der verbleibende Rest ein Verhalten, dass auch die NAZI Truppen beim Rückzug aus Russland an den Tag gelegt haben. Das ist als „vernannte Erde“ in die Geschichte eingegangen, dem bösen satanischem Feind darf nichts geschenkt oder gar hinterlassen werden. Dabei handelt jeder Religiot wie das hypnotisierte Kaninchen in totaler Trance. Den Atheisten bleibt nur die Hoffnung, eines frnen Tages wachen die Typen vielleicht sogar auf.

    Bei dieser Argumentation entstehen Spitzenleistungen der Idiotie, die schaffen nicht einmal Zombielogen nach 8 Jahren Studium. Dazu muss man Bundesminister oder gar Ministerpräsident sein, qua Amt stehen einem dann 1 Dutzend katholische Schreiberlinge zur Verfügung, die alle 16 Semester religiotischen Blödsinn studiert haben in der Hoffnung, irgendwann eine Badewanne für 15.000 € zu bekommen

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  2. Wenn die Brandenburger soetwas wählen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn sie nie von den Bäumen runterkommen. 😉

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