Atheismus: Religion als Beiprodukt der Evolution


Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Schwere Kost, ein gehaltreiches Menü präsentierte Professor Dr. Dr. Klaus Müller, Religionsphilosoph an der Universität in Münster, den Zuhörern im voll besetzten Saal des Treffpunkts von St. Michael Tecklenburg. Thema war der Atheismus.

Westfälische Nachrichten

Unter dem Thema „Wer glaubt denn heute noch an Gott?“ befasste sich der Referent mit neuen Formen des Atheismus. In der Diskussion stellten die aufmerksamen Zuhörer dieses Tecklenburger Gespräches viele Fragen zur Zusammenarbeit mit Atheisten, den Zerfall überkommener Traditionen, zur bewussten Lebensart, dem Verständnis von Schuld und Sühne und zum früheren Gottverständnis, das sich vom strengen Herrn über die Welt zum liebenden und barmherzigen Gott gewandelt hat.

Professor Müller zeigte auf, wie und warum sich um das Jahr 500 vor Christus sich das Gottesbild wandelte vom strengen Jahwe rund 500 Jahre vor Christus zum späteren Weltenherrscher. Er verwies darauf, dass das menschliche Gehirn Gott nicht begreifen kann. Er erklärte auch, dass Gott mit der Aussage zu jedem Menschen „du bist“ ein Zeichen gesetzt habe und damit das Sein des Menschen bejaht habe. Der christliche Grundsatz bedeute „Du musst dir dein Dasein nicht machen, verdienen, rechtfertigen, auch nicht durch moralisches Spitzenverhalten, sondern es genügt, dass es dich gibt, weil Gott gesagt hat: Ich will, dass du bist.“ Das sei nach Augustinus nichts anderes als eine Umschreibung des Bekenntnisses „Ich liebe dich“.

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  1. Für die etwa 50 Mill. Jahre in gesellschaftlichen Clans lebenden Hominiden und Primaten ist die Akzeptanz eines Führers unverzichtbar, im Clan erfolgreich zu sein und andere zu dominieren ist genetisch verankert. Der Mensch ist mit der Geburt abhängig von Autoritäten wie Eltern, Lehrer oder Ranghöheren, Chef des Clans; eine Existenz ohne Autorität ist ihm suspekt. Mit Nutzung des großen Gehirns per Intelligenz gelingt es den Hominiden sich vom Zwang zu Autoritäten zu befreien.

    Die Evolution verankert Ethik und Altruismus im emotional limbischen Stammhirn als Resultat von Clanstrukturen. Die Clanmitglieder praktizieren seit Mill. Jahren Empathie, Hilfsbereitschaft, Allianzen, Egoismus und Gewalt durch Kommunikation und Erfahrung. Beginnend mit den frühen Primaten und Hominiden wird dies kulturell ausgebaut und vererbt, sie beten dazu keinen himmlischen Zombie an und lesen kein heiliges Buch.

    Da nicht jedes Clan-Mitglied körperlich stark genug ist die Führung heraus zu fordern oder andere Clanmitglieder zu dominieren, versucht es über andere Macht zu erlangen durch Erfindunden von fiktiven Bedrohungen (Sünde und Höllenpein) und Phantasterein (ewige Glückseligkeit als vermoderte Leiche). Erst mit der weiter entwickelten Wissenschaft werden diese primitiven Verhaltensmuster aufgedeckt und die Verkünder zur traurigen Lachnummern – auch wenn sie das selber nicht einmal merken

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