Michel Onfray: Liebeserklärung an einen Außenseiter


Der Schriftsteller, Philosoph und Freidenker Albert Camus (Bild: picture alliance / dpa)
Der französische Philosoph Michel Onfray hat eine Seligsprechung Albert Camus verfasst, ist dabei parteiisch bis zur Schmerzgrenze. Er erzählt zupackend und eindringlich die Kindheit und Reifejahre Camus‘ und rekonstruiert dessen Grundgedanken – allerdings allzu redundant.

Von Christian SchüleDeutschlandradio Kultur

Die Biografie des Philosophen Albert Camus aus der Feder des französischen Philosophen Michel Onfray ist keine Biografie im eigentlichen Sinne, sie ist eine Liebeserklärung. Mehr noch: Sie ist die Seligsprechung eines intellektuell einsamen, zwischen allen Stühlen der Ideologien sitzenden Außenseiters, dessen Philosophie als Literatur marginalisiert und dessen Literatur als Philosophie verurteilt wurde.

Von der ersten Seite dieses 570 Seiten starken Versuchs einer Nobilitierung des Philosophen, Schriftstellers, Journalisten, Redakteurs, Theaterautors und Freidenkers an, lässt sein eifriger Biograf keinen Zweifel daran, dass Denken und Handeln, Leben und Ethik bei Albert Camus ein und dasselbe sind. Und überhaupt, nein: Er lässt grundsätzlich keinen Zweifel an Camus zu.

„Camus handelte als Philosoph und philosophierte als handelnder Mensch.“

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