Atompriester und Stonehenge: Todeswarnungen für die Ewigkeit


Eingang zum Yucca Mountain-Komplex (Bild: Daniel Mayer, GNU FDL)
Eingang zum Yucca Mountain-Komplex (Bild: Daniel Mayer, GNU FDL)

Die einen wollten ein zweites Stonehenge, die anderen allwissende Atompriester: Auf der Suche nach einem Atommüll-Endlager beauftragte die US-Regierung in den Achtzigern einen Geheimzirkel damit, ein Warnsystem für 10.000 Jahre zu entwickeln. Die Ergebnisse waren vor allem eins – kurios.

Spiegel Online Zeitgeschichte – Lazar Backovic

Thomas Sebeok hatte es sich gerade in seinem Garten in North Carolina gemütlich gemacht, als ihn plötzlich sein Land rief. Eigentlich wollte der Wissenschaftler an diesem Tag an einem seiner Bücher schreiben, doch jetzt störte ihn das Klingeln seines Telefons, so erinnerte sich Sebeok Jahre später in einer Fernsehdokumentation.

Ein bisschen angesäuert stand der Forscher auf und nahm den Hörer ab. Am anderen Ende meldete sich die Vizepräsidentin der Bechtel Corporation, der größten Baufirma der USA. Freundlich erklärte die Frauenstimme Sebeok, sie wolle mit ihm über ein vertrauliches Projekt sprechen, das sie bei Bechtel koordiniere. Es gehe um radioaktiven Abfall, die US-Regierung sei ebenfalls in die Sache involviert. Viel mehr könne man ihm am Telefon nicht sagen. Nur eine Bitte: Er solle so schnell wie möglich nach San Francisco kommen.

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