Fucking Zornig: Die schonungslose Abrechnung eines Ex-muslimischen Lyrikers


Yahya Hassan (Bild: Radikale Venstre, CC-BY-NC 2.0)
Yahya Hassan (Bild: Radikale Venstre, CC-BY-NC 2.0)

Der 18 Jahre alte Yahya Hassan ist die Sensation der dänischen Lyrikszene. Der Sohn palästinensischer Flüchtlinge schreibt über Männer, „die zum Freitagsgebet gehen, aber alle anderen Tage stehlen, hehlen, saufen und huren“. Dafür kriegt er Lob von Islamkritikern und Todesdrohungen von Extremisten.

Frankfurter Rundschau

Wenn 18-Jährige ihre Gefühle in Versform gießen, imponieren sie in aller Regel höchstens der Freundin oder der Mutter. Yahya Hassan aber, als Sohn palästinensischer Flüchtlinge im dänischen Aarhus geboren, ist seit geraumer Zeit die Sensation der dortigen Lyrikszene.

Gedichtbände werden in Dänemark, wenn überhaupt, in Auflagen von 400 Stück gedruckt (was in Deutschland nicht viel anders ist). Für Hassans Erstling verdoppelte man die Zahl, so viel versprach sich der Verlag Gyldendal von dem Debütanten. Jetzt, zwei Wochen später, sind 25000 Exemplare aufgelegt, das wären, gemessen an der Bevölkerungszahl, im deutschen Sprachraum 500.000 Bücher für einen Lyrikanfänger. Die dänischen Buchhändler sehen in dem Band den diesjährigen Weihnachtshit.

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