Ich bin der Martin, ne oder der Griff ins Klo


martin_neAlso, Martin trägt Rentier-Pulli, Korksandalen und eine wunderschön designte Brille. Nix mit zerschnittenem Mantel, Gänsen usw.

Der Katholizismus ist reich an Legenden, Sagen, Mythen und Märchen.

Martin von Tours, 334 als Soldat der kaiserlichen Garde in Amiens stationiert trug über seinen Panzer einen Mantel. An einem kalten Wintertag begegnet ihm vor den Toren der Stadt ein armer, alter Mann. Mit dem Schwert zerschneidet er den Mantel. Macht schon gar keinen Sinn, er hätte ihm ganz christlich den ganzen Mantel geben sollen, nein auch noch Umstände. In der folgenden Nacht sei ihm dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Wunderbarschloch.
Totenerweckungen werden dem Martin zugeschrieben, getrost können wir sagen, immer dann wenn die Dummheit der Massen am größten war, waren die Wunder am schönsten.
Als er nun durch die Einwohner von Tours zum Bischof gewählt wird, versteckt sich der sagenhafte Knabe, dieser katholische Supermann im Gänsestall, weil er sich unwürdig für das Amt des Bischofs fühlt. Die Gänse verraten ihn durch ihr Geschnatter, dafür büßen sie nun seit Jahrhunderten als gut gebratene „Martinsgans“, zur Erbauung der wundergläubigen Katholen.

Und nun wollte der Sprecher der Linken in NRW den Martinstag abschaffen, umbenennen in ein „Sonne-Mond- und Sterne- Fest“. Der Aufschrei der religiotisch Entrüsteten war groß. Dabei vergessen diese Zeitgenossen, dass es in Teilen Deutschlands eben genau dieses Fest gibt, will sagen, der Martins-Tag mit dem Etikett des Sonne-Mond-und Sterne-Festes, in evangelisch geprägten Landstrichen, aus protestantischer Sensibilität gegenüber katholischer Mimosen.
Die ganze Debatte zeigt aber auch, religiös geprägte Tage sind säkular nicht widerspruchsfrei zu denken, respektive zu handhaben. Hier wäre eine konsequent gesellschaftlich-staatliche Neutralität geboten. Dumm zu nennen ist die Tatsache Neutralität einzufordern und diese mit islamischen Kindern, die es eh nicht gibt, es gibt Kinder von islamisch-religiösen Eltern, zu begründen. Da greift man ins Klo, ohne vorher gespült zu haben.

Ganz obskur wird die Geschichte wenn man bedenkt, dass am 11.November jeden Jahres die Grablegung Martins gefeiert wird, der Tag, an welchen Martin Luther getauft wurde.
Das nenn ich einen göttlichen Zufall.

Bauernregel: Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.

1 Comment

  1. Ich dachte immer Martini sei ein Aperitif. (Am besten geschüttelt und nicht gerührt.) 🙂

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