Andrea Nahles: Dodo des Monats Oktober 2013


Dodo des Monats Oktober 2013
Dodo des Monats Oktober 2013

Andrea_NahlesIm Gewinnen der kotztütenblauen Dronte sind die Granden der SPD souverän. Thierse, Gabriel nun hat es Andrea Nahles erwischt, die Generalsekretärin der false-flag Sozialdemokratie in Deutschland.

Konfessionsfreie Sozialdemokraten kommen im Weltbild der Eifel-geprägten Katholikin Nahles nicht vor. Als Generalsekretärin der SPD tut sie genau das, was alle Generalsekretäre ihrer Parteien machen, ohne diplomatische Verrenkungen. Parteivorsitzende haben es da schwerer, aber Gabriel formuliert in Glaubensdingen seiner Partei sehr deutlich:

Er habe nichts dagegen, wenn sich SPD-Mitglieder als Laizisten zusammenfänden, betonte Gabriel. Allerdings könne sich nicht jede beliebige Gruppierung “Arbeitskreis” nennen: Sonst wüsste “kein Außenstehender, wer nun wirklich die Position der SPD nach außen vertritt”. Das Kernthema der Laizisten sei die strikte Trennung von Kirche und Staat. Dies sei aber weder die Position der SPD noch die Position des Grundgesetzes, so der Parteichef.

Erinnern wir uns, es bedurfte 94 Jahre SPD bis Religion programmatisch die Partei verändern sollte. Mit dem Auflösen der Gesamtdeutschen Volkspartei kam jede Menge religiöses Gedankengut in die Partei und ins Programm. Es waren Gustav Heinemann, Erhard Eppler und Johannes Rau die die alte Sozialdemokratie offen für die Markwirtschaft machten und irrationale Glaubenskonstrukte.

Am deutlichsten ist das im Godesberger Programm von 1959 zu finden:

Der demokratische Sozialismus, der in Europa in christlicher Ethik, im Humanismus und in der klassischen Philosophie verwurzelt ist, will keine letzten Wahrheiten verkünden – nicht aus Verständnislosigkeit und nicht aus Gleichgültigkeit gegenüber den Weltanschauungen oder religiösen Wahrheiten, sondern aus der Achtung vor den Glaubensentscheidungen des Menschen, über deren Inhalte weder eine politische Partei noch der Staat zu bestimmen haben.

[…]

Die Sozialdemokratische Partei achtet die Kirchen und die Religionsgemeinschaften, ihren besonderen Auftrag und ihre Eigenständigkeit. Sie bejaht ihren öffentlich-rechtlichen Schutz.

[…]

Zur Zusammenarbeit mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften im Sinne einer freien Partnerschaft ist sie stets bereit. Sie begrüßt es, dass Menschen aus ihrer religiösen Bindung heraus eine Verpflichtung zum sozialen Handeln und zur Verantwortung in der Gesellschaft bejahen.

[…]

Freiheit des Denkens, des Glaubens und des Gewissens und Freiheit der Verkündigung sind zu sichern. Eine religiöse oder weltanschauliche Verkündigung darf nicht parteipolitisch oder zu antidemokratischen Zwecken missbraucht werden.

Wollen die Konfessionslosen, Atheisten, Laizisten und Humanisten in der SPD stärker als bisher wahrgenommen werden, muss sich die Partei ändern. Solange die Parteispitzen ihr Heil beim Zentralkomitee der Katholiken suchen, kirchliche Funktionäre im Steinbrückschen Inkompetenz-Team vertreten waren, haben ungläubige, kirchenferne Zeitgenossen in der SPD schlechte Zeiten.
Humanismus aus heutiger sozialdemokratischer Sicht ist nur kirchlich-religiös denkbar. Nahles darf dann schon mal die Widersacher solcher Politik verbeißen. Die Anfrage des Präsidenten des Humanistischen Verbandes Deutschlands Frieder Otto Wolf an Parteichef Sigmar Gabriel ist von rührender Naivität. Deutsche Sozialdemokratie hat das Kunststück fertig gebracht sich von der Farbe Rot nach Schwarz zu waschen, leicht bräunliche Untertöne schminkt Nahles weg. Das ist ihr Job.

Das Problem, die SPD kann nicht mehr auf areligiöse Positionen vor Godesberg zurück. Täte sie das, ist das Versinken im Orkus der Bedeutungslosigkeit sicher, so krallt man sich am Kruzifix fest in der Hoffnung den Mahlstrom der Großen Koalition mit der CDU/CSU einigermaßen zu überstehen. Erste Konflikte dräunen am Horizont auf. Bernhard Vogel(CDU) schlägt die Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen vor. Der Snob-Bischof aus Limburg ist den Christdemokraten ins religiöse Koma gedrungen, ein Thema welches sich für die CDU/CSU in hervorragender Art und Weise eignet. Sie werden sich an den Staatsleistungen profilieren, Nahles, Steinmeier und Gabriel werden selbst dann noch Leistungen für die Kirchen einfordern, wenn diese den neuen, einmaligen Abfindungsmodus akzeptiert haben.

Angesichts der religiösen Dominanz in der sozialdemokratischen Politik wäre es nicht verwunderlich wenn zukünftige Parteitage der SPD im Hohen Dom zu Köln oder einem protestantischen Gotteshaus stattfinden würden, die Religiotie sozialdemokratischer Prägung feiert fröhliche Urständ.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.