Hogwarts an der Uni Freiburg: Spiritualität-Studium


Foto: Fotolia »Das Übersinnliche macht sich lächerlich, wenn es sich in so Banalem äußert wie einem Kartendeck oder einer Kristallkugel und buchbar ist auf dem Therapie- und Seminarmarkt“, schreibt Bernd Kramer.
Esoterik kommt gut an: An der Universität Freiburg kann man sogar ein Spiritualität-Studium abvsolvieren.

Von Jürgen SchickingerSÜDWEST PRESSE

Auf der Esoterik-Messe bietet Bernd gratis „Aura-Restrukturierung und -Revitalisierung“ an: „Ich ziehe negatives Karma aus Ihrer Aura ab.“ Die Klientinnen des „energetischen Coachs“ setzen sich hin, ergreifen beidhändig einen Transzendenzzapfen und schließen die Augen. Der silberne Zapfen, angeblich mit Bergkristall ausgekleidet, bündelt Energien. Derweil rudern Bernds Hände durch die Luft. Er tastet die Aura seiner Kundinnen ab. Negative Energie frisiert er mit einem Karma-Kamm fort. „Boah, fühlt sich das gut an!“, „Mir geht es wirklich besser“ und „Genial!“ lauten die Urteile. Manche Kundinnen drängen Bernd sogar ein Honorar auf.

„Was geht hier vor?“, wundert sich Bernd Kramer. Ihn erstaunt, wie weit Esoterik unsere Gesellschaft schon durchdrungen hat. Der Berliner ist Journalist und Skeptiker, kein Energiecoach. Sein Transzendenzzapfen war Weihnachtsbaumschmuck, sein Karma-Kamm ein Rückenkratzer. Selbst Universitäten beschäftigen sich mit dem Thema. „Freiburg, bisher Hauptstadt der Parapsychologen, ist nun also auch Studienhort der Esoteriker“, schrieb unlängst die Süddeutsche Zeitung. Bundesagenturen für Arbeit fördern Ausbildungen zum psychologischen Astrologen.

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