Karlheinz Deschner: Flutlicht in die Abgründe der Kirchengeschichte


Karlheinz Deschner (rechts) im Jahr 2007 gemeinsam mit Hans Albert, Bild: wikipedia
Er ist extrem hart mit den christlichen Kirchen ins Gericht gegangen, bewusst einseitig und nicht immer ganz wissenschaftlich. Aber es ging Karlheinz Deschner auch nie um Ausgewogenheit, sondern darum, Dinge ans Licht zu holen, die viele Christen lieber im Dunklen gelassen hätten. Nun hat er, soweit es in seiner Macht stand, sein Lebenswerk abgeschlossen.

Von Markus C. Schulte von DrachSüddeutsche.de

Karlheinz Deschner – der Name ist unter jüngeren Menschen kaum noch bekannt. Seine Arbeiten haben in den vergangenen zwanzig Jahren nur noch wenig Aufregung hervorgerufen. Das war einmal anders. Früher einmal hat Deschner Begeisterung, Ablehnung oder sogar Zorn ausgelöst. Und für manche Menschen waren seine Bücher fast schon eine Art Offenbarung.

Davon ist heute nicht mehr viel zu spüren. Und das ist tatsächlich eine gute Nachricht. Denn sie hängt indirekt damit zusammen, dass es für die meisten Menschen in unserer Gesellschaft heute selbstverständlich ist, dass nichteheliche Kinder und Ehen ohne Trauschein keine Schande sind, dass Homosexualität nicht strafbar ist, Vergewaltigung in der Ehe aber schon; und dass heute ungetaufte und konfessionslose Kinder in Schulen einen Ethikunterricht besuchen können, in denen Kruzifixe abgehängt werden, wenn Eltern das fordern.

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1 Comment

  1. Karl-Heinz Deschner hatte nach dem 2. Weltkrieg den Mut gegen den christlichen Schmusekurs der Bundesrepublikanischen Politik aufzumucken. Mit ihrem institutionalisierten Einfluss auf sogenannten „Konkordats“lehrstühle in Philosophie und Geschichte „moderierte“ die Katholische Kirche sogar ausserhalb ihrer Theologischen Fakultäten Lehre und Forschung und scherte sich nicht um das GG 5 (3) „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei“. Deshalb reagierte die „etablierte universitäre“ Wissenschaft bei uns so pickiert auf „Enthüllungen Deschner’s“ über offensichtlichen kirchlichen Machtmissbrauch in den letzten 2000 Jahren. Unsere an die Kirchen angepassten universitären GeistesWissenschaftler fühlten sich durch Deschner’s Frontalangriff wie Hans Christian Andersen’s „Kaiser“: Sie waren durch Deschner’s quellengefülltes Werk plötzlich nackt. 😉 😉 Ohne Deschner’s historischen Werke lebten wir immer noch im Tal der „Ahnungslosen“…naïv… der Abenteuerliche „Simplizissimus Teutsch“ eben…. 😉 😉

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