Sankt-Martins-Debatte ausser Kontrolle


Bild: Public Domain
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Nach der Sankt-Martins-Debatte in Pfaffenhofen bleibt ein schaler Beigeschmack. Sie ist ein Lehrstück dafür, wie Geschichten sich in der scheinbaren Anonymität des Internets verselbstständigen können und wie Wahlkampf in die Hose gehen kann. Denn was ein Vorstoß aus dem christsozialen Lager ins Rollen brachte, hatte längst nichts mehr damit zu tun, dass Eltern des Burzlbaams mit ihren Kindern kein Sankt-Martins-, sondern ein Lichter- und Laternenfest feiern wollten.

Donaukurier

Die weitgehend sachliche Brauchtumsdiskussion im Vorfeld der Feier ist in den Schlagzeilen einer rechtsextremen Internetseite instrumentalisiert worden – und der Kindergarten und die Stadt sahen sich mit einem rechtsextremen „Shitstorm“ konfrontiert, wie man im Internet massenhaft auftretende, teils beleidigende Schmähkritik nennt.

In teils zügellosen E-Mails und in Internetkommentaren wird eingebettet in islamfeindliche Schimpftiraden gegen „linke Gehirnwäsche“ geätzt oder den „unterwürfigen Volksverrätern“ ans Herz gelegt, auszuwandern – oder gar „irgendwo im Stillen Suizid“ zu begehen. Das gehört noch zu den harmloseren Entgleisungen.

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