„Gott oder Zufall?“ – Metaphysik für den Nachttisch


Mit „Gott oder Zufall?“ bietet der Biologe Robert James Berry einen Schnellkurs in Wissenschaft und Philosophie zugleich. Gemeinsam mit 25 anderen Autoren führt er die Leser von der Kosmologie bis zur Genetik – und beleuchtet das Verhältnis von Glauben und Wissen.

Von Dirk LorenzenDeutschlandradio Kultur

Sind wir Menschen ein Zufallsprodukt der Evolution – oder liegt hinter der Entstehung von Leben ein göttlicher Plan? Macht eine Weltformel, die das ganze Universum beschreibt, einen Schöpfer überflüssig? Sind Bewusstsein und Seele allein eine Folge chemischer Reaktionen im Hirn – oder gibt es etwas jenseits der Synapsen und Botenstoffe?

Das Buch „Gott oder Zufall?“ führt seine Leser durch Kosmologie, Physik, Geowissenschaften, Evolutionsbiologie bis zu Medizin und Genetik und beleuchtet das Verhältnis von wissenschaftlicher Erkenntnis und christlichem Glauben. Robert James Berry, Biologe am University College London, hat gemeinsam mit 25 anderen Wissenschaftlern ein kurzweiliges und sehr informatives Buch geschrieben.

Es ist ein Schnellkurs zugleich in Wissenschaft und Philosophie. Die Autoren stellen zunächst den aktuellen Stand ihrer Forschungsgebiete vor – dann legen sie dar, wo auf metaphysischer Ebene die Konfliktpunkte liegen. Einst wähnten die Menschen in jedem Blitz ein göttliches Zeichen. Doch auch die moderne Wissenschaft lässt – sofern man denn Zugang zum Glauben hat – viel mehr zu als allein den „Lückenbüßergott“, der für das herhalten muss, was sich (noch) nicht erklären lässt.

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3 Comments

  1. Ich hasse diese wohlfühl-kuschel-am-ende-vielleicht-doch-sowas-wie-gott Kommentare.

    „sind Religion und moderne Wissenschaft in vielem gar nicht so weit voneinander entfernt“

    Weiter entfernt voneinander kann gar nix sein!

    „Im wissenschaftlichen Alltag glauben viele, etwas zu wissen“

    Idiotischer gehts schon fast nicht mehr:
    Wer weiß denn hier, und wer meint, ALLE müßten iwie irgendwas glauben?

    Auf gut bayrisch: Schon wieder ein weichgespülter Religiot, der seinen Sermon nicht bei sich behalten kann – sowas nennt man inkontinent. Dafür gigts normalerweise Pflegeheim und Windeln. Bei Religioten ists anscheinend gaaanz anders. Wieso?

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  2. „Wie sich zeigt, sind Religion und moderne Wissenschaft in vielem gar nicht so weit voneinander entfernt.“ schreibt Dirk Lorenzen in der Buchbesprechung. Verstanden hat er allerdings garnichts

    Wissenschaft ist eine offene, freie und im Ergebnis neutrale Methodologie des Zweifels, sie nutzt Theorien, Hypothesen, Tests, Fakten und Fossilien immer wieder auf der Suche nach einer beweisbaren Erklärung für eine allen Forschenden frei zugängliche und beliebig prüfbare Realität.

    Freies Denken im Zweifel reduziert Theologie zur Pseudo-Wissenschaft mit Wundern, Engeln, göttliche Zombies. Dämonen und dem unantastbaren Wahn einer Pseudo-Realität. Wissenschaft und Religion sind totale Extreme, sie argumentativ in Relation zu setzen ist der Tod jeder Religion. Die Realitätsverweigerung und Ignoranz der Religioten gelten medizinisch als krankhafter Wahn, im Extremfall gar als psychopathologische Schizophrenie, wenn der Wähnende leidet oder als untragbar für seine Mitwelt in der Psychiatrie landet.

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  3. >>Es wäre absurd, eine Datierung des Erdalters auf viereinhalb Milliarden als Widerspruch zur biblischen Genesis zu sehen, die eben keineswegs wörtlich zu nehmen sei.<<

    Genau das, nämlich dass die Bibel (oder andere "Offenbarungen") wörtlich zu nehmen sind, ist Glaubensdogma, ist essenzieller Bestandteil ebenjener Religion(en). Hier wird mal wieder versucht, mit Cherry-picking Relioten eine Lücke zu lassen. Es ist, anders herum gesehen, eben doch nur noch ein Lückenbüßer.

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