DNA-Pläne: Verwandt, verdächtig, verhaftet – biologische Rasterfahndung?


image: Mirny et al/MIT
image: Mirny et al/MIT
Die künftige Große Koalition erwägt eine deutliche Ausweitung von DNA-Tests. Künftig soll es auch möglich sein, “family searching” zu betreiben. Dies bedeutet, dass DNA-Proben nicht nur darauf verglichen werden dürfen, ob eine bestimmte Person selbst als Straftäter in Betracht kommt. Vielmehr können dann lediglich ähnliche Proben der Anlass sein, in der Verwandtschaft des Unverdächtigen nach Personen zu suchen, bei denen das DNA-Profil möglicherweise genau passt.

law blog

Damit würden Union und SPD eine Rechtslage aufweichen, die der Bundesgerichtshof erst vor kurzer Zeit bestätigt hat. In einem Vergewaltigungsfall waren die DNA-Proben von Teilnehmern an einem freiwilligen Massen-Gentest zunächst darauf untersucht worden, ob sie mit dem Erbgutmuster des möglichen Täters übereinstimmen. Da dies nicht der Fall war, hielt man Ausschau, ob Proben wenigstens der Täter-DNA ähnlich sind. Über diese Methode gelangte man dann an einen jungen Mann in der Verwandtschaft, lud diesen zum DNA-Test und hatte dann den erhofften Treffer.

Juristisch war dies unzulässig, so der Bundesgerichtshof. Denn DNA-Proben dürfen nach dem Wortlaut des Gesetzes nur auf direkte Übereinstimmungen untersucht werden. Hierin sehen die Unterhändler der Parteien laut Zeit online ”inaktzeptable Schutzlücken” vor allem im Sexualstrafrecht.

weiterlesen