Jüdisches Museum Berlin: Wider die einstudierte Engstirnigkeit


Offenheit für neue Perspektiven: Innenhof des Jüdischen Museums in Berlin ©reuters
Mit einer neuen Akademie widmet sich das Museum den Themen Migration und Diversität. Ein Pluralismus, der nicht selbstverständlich ist.

Von Sibylle Biermann, Daniel Baxtaz

Er bekomme eine Menge Briefe von Leuten, die „unsere Mission nicht richtig verstehen“, sagt Michael Blumenthal, der Direktor des Jüdischen Museums in Berlin. Die beklagten sich dann etwa darüber, dass es im Museumsrestaurant kein koscheres Essen gebe, es in den Ausstellungen zu wenig um Religion gehe oder das Museum insgesamt zu wenig Einsatz für die israelische Politik zeige. Der Tenor laute oft: „Ihr seid nicht jüdisch genug“, fasst Blumenthal zusammen.

Diese Leute wird das Jüdische Museum weiter enttäuschen müssen. Mit seiner neuen Akademie, die in einen kubischen Erweiterungsbau des Hauptgebäudes in Berlin-Kreuzberg eingezogen ist, hat sich das 1997 eröffnete Haus einen neuen Schwerpunkt gegeben. Im neuen Arbeitsbereich „Migration und Diversität“ beschäftigt sich die Akademie mittels Tagungen, Veranstaltungen und Workshops künftig verstärkt mit der wachsenden Pluralität Deutschlands.

weiterlesen