Edzard Ernst: „Schätze in der Pflanzenmedizin“


Image:mistletoe.org.uk
Seit mehr als 20 Jahren untersucht Edzard Ernst alternative Heilmethoden. Er erklärt, was die Schulmedizin von Homöopathie und Co. lernen kann und welche Verfahren wirklich helfen.

Das Interview führten Annette Bruhns und Eva-Maria SchnurrSpON

SPIEGEL: Herr Ernst, viele Menschen empfinden die Schulmedizin als herzlose Reparaturanstalt, die an Symptomen herumdoktert, ohne den Menschen als Ganzes zu sehen. Können Sie das verstehen?

Ernst: Wenn ich sehe, was meine kranke Frau jetzt manchmal bei Arztbesuchen erlebt, dann schon. Aber das liegt nicht an der sogenannten Schulmedizin: Empathie und Hingabe sind Kennzeichen jeder guten Medizin. Wenn sie fehlen, ist es schlechte Medizin – egal, ob Neurologie, Gynäkologie oder Naturheilkunde. „Schulmedizin“ ist übrigens eine Begriffsschöpfung des Homöopathie-Erfinders Samuel Hahnemann und seiner Anhänger, die damit die etablierten Doctores verunglimpfen wollten.

SPIEGEL: Als junger Arzt waren Sie Homöopath. Wie kam es dazu?

Ernst: Ich stamme aus einer Arztfamilie. In Bad Tölz, wo wir wohnten, lebte einer der berühmtesten deutschen Homöopathen, Willibald Gawlik. Der war unser Hausarzt. Ich habe als Kind jede Menge Globuli geschluckt, für mich war das Medizin.

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