Ursuppe: Wie Chemie zur Biologie wurde


Ein möglicher Vervielfältigungszyklus von Protozellen (Grafik: Katarzyna Adamala)
Am Anfang war die Ursuppe. Vor etwa vier Milliarden Jahren, die Erde war gerade mal ein paar Hundert Millionen Jahre jung, muss es auf dem Planeten irgendwo die passenden Bedingungen gegeben haben, damit sich anorganische zu organischen Molekülen verbinden konnten – die Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen. Den genauen Ablauf konnten die Forscher bis heute nicht rekonstruieren.

Von Matthias GräbnerTELEPOLIS

Es gibt keine wirklichen Zeugen. Bekannt ist allenfalls die Zusammensetzung der Atmosphäre, die zunächst wohl ein für den Menschen ziemlich giftiges Gemisch aus Wasserdampf, Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff, Ammoniak und Methan gewesen sein muss. Der intensive Vulkanismus hatte diese Stoffe aus der Erdinneren geblasen. Es regnete dauernd, wobei wegen der Hitze ein großer Teil der Niederschläge gleich wieder verdampfte. Die kleineren Lachen der Ursuppe stellten wohl die Grundlage dar, auf der sich irgendwann Chemie in Biologie verwandelte.

Am wahrscheinlichsten erscheint heute den meisten Forschern die RNA-Welt-Hypothese. Demnach basierten die allerersten Lebensformen auf Ribonukleinsäuren als Informationsträger. RNA hat den Vorteil, dass sie einerseits wie DNA Informationen speichern, zum anderen aber auch wie heutige Eiweiße dazu fähig, chemische Reaktionen zu beschleunigen. Die stabilere DNA hingegen braucht Proteine, die sie andererseits erst herstellen muss, um Kopien von sich herzustellen.

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