Wenn der Bundespräsident eine katholische Lebenslüge bebetet


Joachim_GauckBundespräsident Gauck betete spontan am Grab des „seligen“ Bischofs von Galen in Münster. So meldet es die Seite kath.net am heutigen Tage.

Von Uta Ranke-HeinemannNetzwerk Regenbogen

Mit der absehbaren Niederlage des deutschen Nationalsozialismus wurde durch den Katholizismus ein gigantisches Verdeckungsmanöver, welches das Gesicht des offiziellen Christentums in Deutschland zu retten und wiederzugewinnen vermochte, gestartet.»Im Schatten der Ruinen entstand jenes mächtige Gebäude der Lebenslüge der deutschen Christenheit«, schreibt der katholische Wiener Historiker Friedrich Heer. Wir reden vom Märchen des Widerstands der katholischen Kirche gegen das Naziregime in Deutschland und hier speziell gegen die industrialisierte Ermordung von Juden. In der Nachkriegszeit gelingt es der katholischen Kirche, durch Selig-und Heiligsprechungen, sich selbst als tapfere Widerstandskämpferin gegen die Judenverfolgung zu generieren.

Den Protest des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen (1878-1946), gegen die Ermordung von Behinderten zu protestieren muss man anerkennen.
»In einem Hirtenbrief vom 14. September 1941 übte er scharfe Kritik … wie schon zweimal zuvor, an der Tötung von Geisteskranken. Die mutige Tat sichert Galen bis heute Bewunderung. Weniger häufig wird ein anderer Passus aus dem gleichen Hirtenbrief erwähnt. Darin nannte es der Bischof von Münster eine ›Befreiung von einer ernsten Sorge und eine Erlösung von schwerem Druck‹, daß ›der Führer und Reichskanzler‹ am 22. Juni 1941 (anläßlich des Überfalls auf die Sowjetunion) den ›Russenpakt‹, also den deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag vom 23. August 1939, für erloschen erklärt habe. Galen zitiert in diesem Zusammenhang zustimmend Hitlers Wort von der ›jüdisch-bolschewistischen Machtherrschaft‹ in Moskau.« (Der Spiegel, 17.11. 2003) Ein Widerstand von Galens gegen die Judenvernichtung hat nie stattgefunden.
Im »Handbuch der religiösen Gegenwartsfragen«, 1937 erschienen, das die autoritative Stellungnahme der deutschen katholischen Kirche zu allen politischen und religiösen Fragen der NS-Zeit darstellt, heißt es im Artikel »Bolschewismus«: »Der Bolschewismus ist ein asiatischer Despotismus im Dienste einer Gruppe von Terroristen, angeführt von Juden«. Herausgeber dieses Handbuchs war Erzbischof Gröber von Freiburg, seit 1933 förderndes Mitglied der SS. Das Handbuch erschien mit Empfehlung des gesamten Episkopats, also auch von Galens, seit 1933 Bischof von Münster.
Im Sommer 1933 hatte die katholische Kirche mit Hitler das noch heute gültige Reichskonkordat abgeschlossen, das dem Staat u.a. die Möglichkeit gab, auf die Besetzung der Bischofssitze Einfluß zu nehmen. Von Galens »Ernennung zum Bischof von Münster am 5. September 1933 hatte sich sogar in betontem Einvernehmen von Kirche und Staat vollzogen«. (Rheinischer Merkur, 31.3.1989) Der Pfarrer von St. Lamberti in Münster galt »vor allem bei seinen geistlichen Mitbrüdern, kurz gesagt, als ›Nazi‹«. (Die Tageszeitung, 3.8.1991) Und so standen bei von Galens Bischofsweihe im Dom zu Münster SA-Formationen mit Hakenkreuzfahnen. Und in seinem ersten Hirtenbrief schreibt von Galen: »Wir wollen Gott dem Herrn für seine liebevolle Fügung dankbar sein, welche die höchsten Führer unseres Vaterlandes erleuchtet und gestärkt hat, daß sie die furchtbare Gefahr, welche unserem geliebten Volke durch die offene Propaganda für Gottlosigkeit und Unsittlichkeit drohte, erkannt haben und sie auch mit starker Hand auszurotten suchen.« (zit.n. Publik Forum, 31. Mai 1996)
Auch zum Krieg gegen England schreibt von Galen am 9. März 1941 im Katholischen Kirchenblatt für das Nördliche Münsterland: »Gott hat es zugelassen, daß das Vergeltungsschwert gegen England in unsere Hände gelegt wurde. Wir sind die Vollzieher seines gerechten Willens«.

»Dank an Hitler«

Der Widerstand der Kirche bezog sich auf die Verteidigung der engen Interessen der Kleruskirche, als da sind: Ehegesetze, katholisches Vereinswesen, Kruzifixe in den Klassenzimmern. Bis 1945 behandelten deutsche Bischöfe jene Priester und Laien, die sich zum Widerstand bekannten, als Aussätzige. Nicht die katholische Kirche war es, sondern es waren einzelne, die widerstanden, z.B. der katholische Priester Dr. Max Metzger, der 1944 hingerichtet wurde. Sein Bischof, Erzbischof Gröber, distanzierte sich in einem Brief vom 16. Oktober 1943 an den Blutrichter Freisler, der so viele Hitlergegner zum Tode verurteilte, mit dem Ausdruck seiner »hohen Verehrung und Wertschätzung« für Freisler (!) von dem »Verbrechen, dessen Metzger sich schuldig gemacht hat.« Zu diesem Brief, in dem der Henker gepriesen wird, erklärte am 24. Mai 1986 im WDR-Fernsehen Oskar Seier, Erzbischof von Freiburg: sein Vorgänger, Erzbischof Gröber, habe von Verbrechen Metzgers geredet, »um das Schlimmste zu vermeiden.«

Im April 1945 weigert sich der Bischof von Münster, englische und amerikanische Journalisten zu empfangen. Er betrachtet sie als »Feinde«. Und Ostern 1945, in seiner ersten Erklärung nach der Besetzung, sagt von Galen, sein Herz blute beim Anblick der vorüberziehenden Truppen unseres Feindes.

Der Bischof von Münster ein Widerstandskämpfer gegen das Hitlerregime? Oh nein. Der katholische US-amerikanische Historiker Gordon Zahn schreibt: »Die Kirche war eine Agentur des Dritten Reiches geworden.« Im deutschen Episkopat haben nur wenige Bischöfe die Begeisterung für Hitler nicht geteilt und der Judenverfolgung widersprochen: z.B. Bischof Sproll von Rottenburg und Bischof Preysing von Berlin. Gegen letzteren schreibt Goebbels in seinen Tagebuchaufzeichnungen vom 21. Februar 1942: »Der Bischof Preysing von Berlin betätigt sich weiter als Hetzer gegen die deutsche Kriegsführung.«

Auf kath.net lesen wir weiter

Bundespräsident Joachim Gauck hat bei seinem Besuch in Münster spontan das Grab von Clemens August Kardinal Graf von Galen (Bild) im St.-Paulus-Dom besucht. Gauck habe abseits des offiziellen Programms den Dom aufgesucht und am Grab des Bischofs gebetet und eine Kerze angezündet, teilte das Bistum Münster am Donnerstag mit. Gauck hatte zuvor die Universität Münster und das dortige Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) besucht.

Das Beten am Grabe eines Nazi-Bischof lässt sehr eindeutige Schlüsse auf die Geisteshaltung des Bundespräsidenten Gauck zu.

5 Comments

  1. Frau Ute Ranke-Heinemann demonstriert in dem Artikel die enorme Gefahr, die eine gleichberechtigte Frau für eine bronzezeitliche römische Männerwirtschaft darstellt; schon der Religionsgründer Paulus hatte das erkannt und die Frau deshalb dem Manne untergeordnet; aber letztlich wird der Katholische Klerus an dieser Gleichberechtigung scheitern, wenn es nach einer Papstwahl heisst „habemus mama“. 😉

    Pastor Gauck ist offensichtlich die tragische Figur, der es in der DDR nicht vergönnt war, den klassischen „Antibolschewismus“ seiner Eltern und Familie loszuwerden. Aber als Bundespräsident steht er immerhin -staatstragend – zum „Reichskonkordat“ Adolf Hitler’s von 1933, das nach dem Kriege vom Verfassungsgericht zum Schutz der Katholischen Kirche eigens validiert wurde, und das die katholische Kirche in Deutschland mit enormen Privilegien ausstattet und den Vatikan bis heute mit deutschem SteuerGeld flutet. 😉 Halleluja

    Übrigens ist das Gebet Gauck’s am Grab des strammen“Antibolschewisten“ von Galen’s wahrscheinlich seine einzige „Kommunikation“, die vom NSA mangels technischer Möglichkeiten nicht mitgeschnitten wurde. 😉

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    1. PS: „Übrigens Kardinal von Galen wandte sich nach dem Krieg gegen die geplanten Prozesse der Alliierten in Nürnberg.“

      https://brightsblog.wordpress.com/2013/11/30/kirchen-ebneten-nazi-mordern-den-weg/

      Da hätte Gauck beim Gebet am Grab, von Galen nun mitteilen können, dass die „Creme de la Creme“ deutscher „Antibolschewisten“ nicht nur von der Sowjetunion sondern auch mihilfe von Amerikanern, Briten und Franzosen…einen Kopf kürzer gemacht wurden. 😉

      „Unter Kriegsverbrechen wurden Delikte verstanden, die bereits in den Haager Abkommen vor dem Ersten Weltkrieg definiert worden waren: Tötung oder Misshandlung von Kriegsgefangenen, Hinrichtung von Geiseln, Verschleppung zur Zwangsarbeit, etc. Unter Verbrechen gegen die Menschlichkeit fielen vor allem die Verfolgung und Vernichtung der Juden und die Vernichtung „unwerten“ Lebens, also Tötungsdelikte, die in allen zivilisierten Staaten verfolgt wurden. Unter Verbrechen gegen den Frieden wurde der Angriffskrieg verstanden, ein bis zu diesem Zeitpunkt nicht codifiziertes Delikt.“

      http://de.wikipedia.org/wiki/Nürnberger_Prozesse#Prozess_gegen_die_Hauptkriegsverbrecher

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  2. Der christliche Widerstand gegen das NAZI Regime ist ein Lüge erster klasse, man könnte meinen da agieren immer noch fromme NAZI.
    Im Dritten Reich sind 95,2% Christen, davon sind 62,7% evangelisch und 32,5% katholisch. Bei etwa 10% NSDAP-Mitgliedern sind die Priester und Lehrer zu 50% Parteigenossen. Der RKK Pälat und Reichtagsabgeordneter Dr.Dr. Ludwig Kaas als Vorsitzender der Zentrumspartei sorgt im März 1933 für die Annahme des „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ und das „Ermächtigungs Gesetz“. Damit hat Adolf Hitler die Vollmacht ohne Reichstag und Reichsrat Gesetze zu erlassen wie die NSDAP es für notwendig hält.

    Kardinal Adolf Bertram schleimt 1933 in ewiger Demut dem GRÖFAZ Adolf Schicklgruber:
    „Der Episkopat aller Diözesen Deutschlands hat, wie die öffentlichen Kundgebungen erweisen, soweit es nach der Neugestaltung der politischen Verhältnisse durch Eurer Exzellenz (Hitler) Erklärungen ermöglicht wurde, sogleich die aufrichtige und freudige Bereitwilligkeit ausgesprochen, nach bestem Können zusammenzuarbeiten mit der jetzt waltenden Regierung, die die Gewährleistung von christlicher Volkserziehung, die Abwehr von Gottlosigkeit und Unsittlichkeit, den Opfersinn für das Gemeinwohl und den Schutz der Rechte der Kirche als Leitsterne ihres Wirkens aufgestellt hat.“

    Bischof Clemens August Graf von Galen als RKK Widerstandsheld huldigt 1942 der NAZI-Politik: „…auch zur besonderen Ehrung, die wir unseren gefallenen Kriegern schulden… Sie wollten in einem neuen Kreuzzug mit dem Feldgeschrei ‘Gott will es’ den Bolschewismus niederringen, wie es vor wenigen Tagen der spanische Befreier Franco in einer Rede zu Sevilla mit christlicher Zielsetzung rühmte…“
    Wer dem Zwang gehorchend derartige Durchalteparolen propagiert, ist ein Opportunist oder strammer NAZI.

    Der evangelische Generalsuperintendent Otto Dibelius verkündet 1933: „Die Kirche „kann und darf den Staat nicht daran hindern, mit harten Maßnahmen Ordnung zu schaffen. Sie werden es erleben, dass das, was jetzt in Deutschland vor sich geht, zu einem Ziele führen wird, für das jeder dankbar sein kann, der deutsches Wesen liebt und ehrt. Die Kirche habe weiterhin aber auch „den Wunsch, das Dritte Reich möge bald so gefestigt sein, dass ´die Gewalt nicht mehr nötig ist.“

    Der evangelische Landesbischof und NSDAP-Mitglied August Marahrens zerstreut 1936 Zweifel an der Hitler-Treue
    „Wir wiederholen es an dieser Stelle ausdrücklich, dass wir unzählige Male seit dem Anbruch unseres nationalsozialistischen Staates öffentlich und feierlich erklärt haben: daß wir in Opferbereitschaft und Treue für diesen Staat einzutreten bereit sind. Es ist also bis auf diese Stunde die Verdächtigung politischer Unzuverlässigkeit unbegründet und, von wo aus sie auch versucht werden sollte, nachdrücklich und feierlich abzuweisen.“
    So betreiben gute NSDAP-Christen Zwangsarbeiterlager und vermieten billige Arbeitssklaven.

    Das „Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin“ unter Dompropst Lichtenberg und später Bischof Konrad Graf Preysing informiert ab 1938 deutsche Bischöfe und den Vatikan über Deportationen von Juden und ab 1942 über SS-Erschiessungskommandos im Osten. Die RKK organsiert in Kroatien mit Priestern und Mönchen die Ermordung von 15% der Bevölkerung (Roma, Sinti, Juden, Ungläubige), sie hält Einrichtungen vor, bewacht KZs und tötet Wehrlose.

    Die RKK organisiert ab 1945 für etwa 300 untergetauchte NAZI-Mörder wie Pavelic, Mengele, Rauff, Barbie, Röschmann, Priebke, Eichmann usw. die Flucht über Rom nach Argentinien. Priester Erzbischof Iwan Butschko, Bischof Hudal, Pater Draganovic, die Kardinäle Giovanni Montini, Barrere, Caggiano, und Tisserant sind aktiv daran beteiligt. Adolf Eichmann flieht erst 1950 aus Niedersachsen, die Schuldbekundungen der Kirche von 1945 sind nur Ablenkung.

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  3. Zustimmung, bis auf den letzten Satz.

    Sprechen die Tatsachen wirklich dafür, dass Gauck eine nationalsozialistische Geisteshaltung pflegt? Oder nicht eher dafür, dass er den seit 1945 kultivierten Mythos des krichlichen Widerstands genauso so kritiklos geschluckt hat, wie der große Rest der Christen? Ich denke, letzteres.

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