Nobelpreisträger Paul Crutzen: Leuchtendes Vorbild, unnachgiebiger Mahner


Paul Crutzen, Bild: wikipedia
Paul Crutzen: „Neues zu entdecken, macht glücklich“ – auch wenn die Erkenntnisse zunächst oft schockierend sind.

Von Reinhard BreidenbachAllgemeine Zeitung

„Für die Menschheit“, sagt Professor Ingmar Grenthe, Mitglied der schwedischen Akademie der Wissenschaften, „ist Ihre Arbeit von sehr großem Nutzen.“ Es ist Sonntag, der 10. Dezember 1995. Paul Crutzen, geboren in Amsterdam und seit 1980 Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, steht auf der Bühne des Stockholmer Konzerthauses. Er nimmt gemeinsam mit seinen Forscher-Kollegen Mario Molina (Mexiko) und Sherwood Rowland (USA) den Nobelpreis für Chemie entgegen. „Paul Crutzens Gesichtszüge“, so umschreibt es diese Zeitung damals, „sind von Freude erfüllt. So sieht einer aus, der mitten im wahren Glück ist“.

Mainz, Mitte November 2013. Paul Crutzen sitzt an seinem Konferenztisch im Mainzer Institut. In wenigen Tagen, am 3. Dezember, feiert er seinen 80. Geburtstag. Er komme nicht mehr täglich hierher, lächelt er, aber doch mehrmals pro Woche. Und die Sache mit der wahren Zufriedenheit ist nach wie vor ganz wichtig. „Ich bin wirklich glücklich, dass ich eine so gute Rolle in der Wissenschaft spielen konnte“, schildert er. Dass er auch im Ruhestand hierher kommt – obwohl es gesundheitsmäßig schwerer fällt als früher – und wissenschaftliche Papiere veröffentlicht, sei keine „Pflichterfüllung“, sagt er, „sondern Begeisterung für die Wissenschaft. Sie hat mich nie angestrengt, mir letztlich immer Freude gemacht.“

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