„Das Subsidiaritätsprinzip ist ein Segen, für Staat und Kirche“


Nikolaus Schneider am 1. Juni 2012 beim Ökumenischen Gottesdienst beim Hessentag im Wetzlarer Dom, Bild: wikipedia
Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat die bleibende Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips betont. In seinem Vortrag „Reformation und Politik: Vom Segen der Subsidiarität – Das Verhältnis von Religion und Politik als bleibende Gestaltungsaufgabe“ sagte Schneider am heutigen Dienstag in Erfurt: „Das Subsidiaritätsprinzip ist ein Segen – für den Staat wie für die Kirchen.

EKD

Es ist ein Segen für den Staat, dass es Aufgaben gibt, die er nicht von sich aus angehen muss, sondern hinsichtlich derer sich staatliches Handeln darauf beschränken kann, Wege zu suchen, auf denen sich die Selbsthilfekräfte stärken lassen.“

Der Ratsvorsitzende konkretisierte dies am Beispiel des Sozialwesens. So sei es nicht Aufgabe des Staates, sich selbst zum Krankenhaus-Manager zu machen, sondern vielmehr, „Träger zu finden, die sich nicht gegen die Interessen derer, denen sie Hilfe anbieten sollen, vereinnahmen lassen.“ Es sei überdies „ein Segen für den Staat“, dass es in seinen Grenzen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gebe, deren Handlungsraum vertraglich geregelt sei und denen gegenüber er sich mit „fördernder Neutralität“ verhalte. Dies, so Schneider, mache den Staat frei davon, seinerseits Weltanschauungen produzieren zu müssen.

Der Ratsvorsitzende betonte auch den Nutzen des Subsidiaritätsprinzips für die Kirche: „Es ist ein Segen für die Kirche, dass es einen Raum in der Mitte der Gesellschaft gibt, den sie mit ihren Diensten ausfüllen kann. Auf diese Weise wird sie vor der Gefahr bewahrt, eine elitäre Gemeinschaft Weniger zu werden und sich in eine Nische zurück zu ziehen. Das Subsidiaritätsprinzip hilft der Kirche dabei, Volkskirche zu bleiben.“

Das Subsidiaritätsprinzip, so Schneider, gebe der Kirche ein Mitspracherecht in einer sich immer stärker ausdifferenzierenden Gesellschaft. „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“, zitierte der Ratsvorsitzende den Theologen Dietrich Bonhoeffer und sagte weiter: „Bezogen auf das Feld von Religion und Politik bedeutet das: Kirche ist nur da Kirche, wo sie dienstbares Ferment im staatlichen Gebilde ist.“ Das Themenjahr „Reformation und Politik“, so Schneider abschließend, könne „dazu motivieren und inspirieren, den unauflöslichen Zusammenhang von Gott und Welt, von Theologie und Politik neu zu buchstabieren.“

Hannover, 3. Dezember 2013

Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick

2 Comments

  1. Interessant wie manche Leute ihre Interessen verkaufen. Der Typ kann natürlich nicht zugeben, dass er, (gilt auch für seine religiotischen Stiefbrüder und all ihre Vereine) so überflüssig ist wie ein Kropf am Hals. Also versucht er durch Gefasel den Kopf über Wasser zu halten. Ob der wohl selbst an sein Geschwätz glaubt? Egal wie, für die Gutgläubigen schein das in Ordnung zu gehen. Peinlich, peinlich.

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