Köln: Katholische Rankünen vor der Bischofswahl


meisner_400qEine „Kölner Kircheninitiative“ fordert in einem Brief an den Papst mehr Einfluss für Laien bei der Bischofswahl. Sie hat prominente Unterstützer. Ihr wirkliches Ziel allerdings verrät sie nicht.

Von Lucas WiegelmannDIE WELT

Eigentlich sollte der Dezember noch einmal die Zeit des Kölner Kardinals Meisner werden. Am ersten Weihnachtstag wird er achtzig Jahre alt und will als Erzbischof von Köln zurücktreten, nach fast 25 Jahren Amtszeit. Bis dahin waren Tage und Wochen der Verabschiedung, der Ehrung, der Würdigung geplant. Tage und Wochen, in denen man über vergangene Frontkämpfe im Erzbistum zwischen Hardlinern und Liberalen den Mantel des Schweigens hätte breiten können, wenigstens vorübergehend.

Aber einige Priester können den Abschied des konservativen Meisner nicht abwarten. Und haben jetzt, noch bevor der Bischofsstuhl überhaupt vakant ist, einen Wunschzettel an Papst Franziskus geschickt. Einen offenen Brief, in dem sie schreiben, wie sie sich die kommende Bischofswahl vorstellen. Es geht um einen der mächtigsten Posten, den die katholische Kirche in Europa überhaupt zu vergeben hat. Da können Geistliche mit kirchenpolitischer Agenda Fragen von Pietät und Nachsicht schon mal hinten anstellen. Advent ist was für Sonntagspredigten.

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