Was ist falsch am „Neuen Atheismus“?


dawkins

So fragt Sean McElwee in einem Artikel auf Alternet und kommt zu scheinbar verblüffenden Ergebnissen. Dabei konzentriert er sich auf Hitchens, Dawkins, Dennett und Harris, letztere nennt er nicht expressis verbis in seiner Argumentation sind aber die Verbindungen zu erkennen. McElwee stellt fest, dass Hitchens geglaubt habe, dass eine Welt ohne Religion eine bessere sei. Dazu bemerkt er, dass Kriege politische Ursachen haben und nicht aus den Religionen heraus kommen. Oberflächlich betrachtet hat er recht. Historisch liegt er völlig falsch. Der „Neue Atheismus“ versteht Religionen in ihrer Gesamtheit, ethnisch, kulturell und natürlich religiös. Religiöse Betrachtung amerikanischer Geschichte fängt bei ihm mit Martin Luther King an.

Er schreibt, dass das Dogma, eben die Feststellung, dass alles Leid seinen Ursprung in der Irrationalität des Glaubens habe, ein Grundfehler in atheistischer Logik sei. Ebenso die Annahme, dass Religion irrational und alles menschliche Leid den Ursprung in der Religion habe.

Nehmen wir der Einfachheit halber die letzten 2.000 Jahre Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Die Herausbildung monotheistischer Glaubensinhalte und die Ausmerzung jedweder anderen religiösen Annahme. Die Monopolisierung Gottes quasi. Das Religiöse hat wie nichts anderes das Leben der Menschen, ihre Kultur und ihre sozialen Verhältnisse bestimmt, die ökonomischen Aspekte lasse ich bewusst außen vor. Religion war Politik, Staatsräson, moralisches Richtschwert der politisch Mächtigen. Kriege waren religiös verwurzelt, ob nun die Kreuzzüge oder die Kolonialisierung der Amerikas, der Sklavenhandel, der Dreißigjährige Krieg, bei dem allein die Feststellung ob Gott nun katholisch oder evangelisch ist ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands das Leben kostete, vom Leid ganz zu schweigen. für Kaiser und Gott zog man in den Großen Krieg, dem Leid anderer wurde eigenes hinzugefügt und der Gipfel religiösen Wahnsinns 2000-jähriger Entwicklung, sehen wir im zweiten Großen Krieg, mit seiner industrialisierten Vernichtung von Menschen, extremen Rassismus, kulturvernichtetend.

Und so feiert denn eine Gesellschaft den reformatorischen Höhepunkt eines spinnerten Glaubenssystems als den Apex europäischer oder besser gesagt deutscher Kultur. Das Leid, Mord, Totschlag, Folter, Vergewaltigung bleibt aussen vor.
Es ist nur der Aufklärung zu verdanken, dass römische Spukgestalten nicht mehr die Mittel in den Händen halten andere mit Krieg zu überziehen. Der wiedererweckte Christ George W. Bush jagte die biblischen Dämonen im säkularen Irak, dass Ergebnis nicht Freiheit des Westens, die eh eine fragwürdige ist, sondern Chaos, Terror und religiöser Extremismus als das Ergebnis christlicher Religiotie.

Christliche Moralvorstellungen, Gebete haben die Welt nicht zum Guten geändert, Freigeister, Denker und Wissenschaftler waren es, die den Menschen aus seiner religiösen Dumpfheit aufgeweckt haben. Religion behindert Fortschritt, Selbstbestimmung der Menschen, Areligiöse handeln zutiefst ethisch. Eine Chance Gesellschaft zu gestalten hatten sie bisher historisch nicht. Und hier schließt sich der Kreis zu den Dawkins, Hitchens, Dennetts und Harris, die Chance für die Menschheit selbstbestimmend und aufrecht eine Gesellschaft, frei von religiösen Dogmen zu gestalten. Immer mit der Erkenntnis, wir können irren, schlußendliche Wahrheiten, zumal noch zeitlos, gibt es nicht.

Religionen hatten ihre Chance menschliche Gesellschaft zum Besseren zu entwickeln, dass ist nicht eingetreten, es ist an der Zeit beiseite zu treten. Ich weiß nicht ob Ungläubige eine bessere, leidfreie Gesellschaft formen können, der Versuch steht noch aus, aber versuchen sollten wir es, denn nur dann wissen wir auch, ob es sich lohnt weiter zu machen.

6 Comments

  1. Ob der Atheismus am Ende das bessere Konzept für die Menschheit ist, weiß heute niemand. Darum geht es doch gar nicht. Es geht um die Wahrheit nach der die Atheisten suchen. Bei dieser Suche gehen Atheisten davon aus, dass sie nicht unfehlbar sind. Sie sind Humanisten und verkünden im Gegensatz zu den Religionen keine absoluten Wahrheiten.
    Religionen sind Illusionen von Menschen ohne echte Substanz. Sie können auf die meisten Fragen von Atheisten keine belastbaren Antworten geben.
    Ich will einige wenige dieser Fragen in den Raum stellen, für die ich noch nie eine logische bzw. befriedigende Antwort erhalten habe:

    – Wenn es einen allmächtigen Gott gibt, wer hat ihn erschaffen?
    Wenn alles einen Anfang haben muss gilt das auch für einen Gott!
    – Warum schickt uns der allmächtige Gott zur Prüfung auf die Erde
    und nicht direkt ins Paradies? Es gibt Schätzungen, dass bisher
    etwa 110 Milliarden Menschen zur Prüfung auf unserer Erde wa-
    ren. Wie viel Menschen will der allmächtige Gott zur Prüfung noch
    auf die Erde schicken?
    – Unser Weltall ist 13,7 Milliarden Jahre alt. Unsere Erde 4,5 Milliar-
    den Jahre. Der Homo Sapiens ist schätzungsweise 200.000 Jahre
    auf der Erde. Warum schickt ein allmächtiger Gott seine Sohn zur
    Sühne der menschlichen Sünden erst nach 200.000 Jahre auf die
    Erde, um ihn dann auch noch bestialisch ans Kreuz zu nageln? Mit
    Verlaub eine irrsinnige Geschichte, die sich nur menschliche Hirne
    ausdenken können.

    Die Reihe der Fragen ließe sich fast unendlich weiter führen. Religionen sind ein schrecklicher Irrweg mit teilweise katastrophalen Folgen für die
    Menschheit. Ob die Welt ohne Religionen besser wäre weiß niemand.Es würden auf jeden Fall keine Kriege für die sogenannten absoluten religiö-sen Wahrheiten geführt.Vielleicht, das muss man anerkennen, würden dann aber Kriege aus ganz anderen Gründen geführt. Der Mensch ist leider kein prinzipiell friedliches Wesen. Er trägt beides in sich, das Gute und das Böse. Leider!

    K.Brückner

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  2. Die sogenannten Neuen Atheisten sind oft Wissenschftler, die evidenzbasiert Denken und Folgern. 😉

    Sogar in bigotten Gesellschaften – wie der Amerikanischen – erringen Neue Atheisten Aufmerksamkeit und produzieren Bestseller und „outen“ sich, wenn sie absurde Aussagen über die Welt bezweifeln.

    Es stört die Religioten, dass Atheisten heute am globalen Medienmarkt teilhaben und dabei religiöse Mantras entlarven können. 😉

    Wie Richard Dawkins in seinem Bestseller „Gotteswahn“ ausführt, hält er seinen Gott für so unwahrscheinlich, dass er in seinem Leben keine Rücksicht auf ihn nimmt. 😉

    Er macht aber klar, dass er die Abwesenheit eines wie auch immer gearteten Gottes nicht beweisen kann, genau so wenig, wie Religioten ihre Götter (Jahwe, Zeus, Wotan….) 😉

    Es gilt die Überlegung von Bertrand Russel: Wer von Engel, Heinzelmännchen, Klabautermännern, Feen, Götter und Teufel überzeugt ist… muss deren Existenz beweisen und nicht der, der das alles nur für Spuk hält. Wer also behaupte zwischen Erde und Mars rotiere eine „britische Teekanne“ um die Sonne, die aber mit keinem Teleskop der Welt augemacht werden könne, muss diesen Spuk beweisen – und nicht der „Teekannen-Atheist“. 🙂 🙂

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  3. Ganz abgesehen vom heutigen Problemen habe ich ein Problem mit der Mär vom Lattenjupp

    Der Akteur und Fiesling der Mär vom allerliebsten Jesulein, verurteilt,in Jerusalem, der war nicht dabei. Herodes stirbt bereits im April 4.v.C weit weg in Caesarea. Er leidet an Verfolgungswahn, läßt 3 Söhne hinrichten und sperrt viele Gefangene ins Hippodrom, eine Anlage die es im winzigen Jerusalem auf nur 6 Hektar nie gegeben.hat

    Auch die Heiligen des Christentum vom Heiligen Geist persönlich eingeweiht, die vom Bischof Petrus ab 30 n.C. in Jerusalem unterrichted wurden, die hatten alle NULL Ahnung und lustig drauf los geraten

    Eine Art Weihnachten feiert man 200 v.C. im Januar (11.ter Tybi) zu Ehren des ägyptischen Gottes Osiris. Für Clemens von Alexandria ist Christi Geburt am 17. November, andere Heilige nennen den 19. April oder 20. Mai. St. Irenäus und Tertullian legen 230 Jahre später Christi Geburt in das Jahr 3 v.C, Das läßt stark vermuten,, der Typ war nie existent

    Herodes war fast 2 Jahre tot und seine Rolle gestrichen. Furius Dionysius Filocalus erwähnt 354 n.C. Christi Geburt am 25. Dezember. Der Mönch Dionysius Exiguus verändert 533 n.C. die Geburt Jesu erneut auf das Jahr 1, was 350 Jahre lang bis zur Chronik des Mönchs Regino von Prüm niemand beachtet.

    Bisher hat noch kein Christ oder Schwurbelartist (Theologe) das Problem hinreichend aufgeklärt. Wer glaubt, der braucht NICHTS wissen

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    1. Jesus ist nicht das Problem emporda, der Autor des genannten Artikel spricht genau genommen den Neuen Atheisten die Gesellschaftsfähigkeit ab. Die Möglichkeit diese unter Beweis zu stellen hatten sie aber noch gar nicht. Die Verquickung von Politik/Religion, trotz Trennung von Staat und Kirche auch in den USA äußerst extrem vorhanden, blendet er aus und versucht den politischen Alltag von der Religion zu trennen. Wir wissen, dass das Blödsinn ist.

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  4. „Christopher Hitchens believed atheism would end world conflict.“

    Schon der erste Satz ist kompletter BS. Peinlich.

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