Strafrechtler Merkel fordert Ergänzung im Beschneidungsgesetz


Reinhard Merkel, Bild: wikipedia
Ein Jahr nach Verabschiedung des Beschneidungsgesetzes hat der Strafrechtler Reinhard Merkel eine Ergänzung der Regelung gefordert.

evangelisch.de

Die Schmerzbehandlung bei der Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen sei nach seinen Informationen in der großen Mehrzahl der Fälle nach wie vor „hoffnungslos unzulänglich“, sagte Merkel in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das treffe vor allem auf Neugeborenenbeschneidungen zu, also vor allem bei jüdischen Jungen. Merkel forderte einen zusätzlichen Absatz im Beschneidungsgesetz, um dies zu verbessern.

Darin solle das Bundesgesundheitsministeriums damit beauftragt werden, eine Verordnung zu erlassen, „die präzise ausbuchstabiert, wie die medizinischen Regeln – vor allem die der Anästhesie und die Sterilitätsbedingungen – genau aussehen, die bei einer Beschneidung zu beachten sind“. Merkel, der auch Mitglied im Ethikrat ist, bezeichnete die bisherige Regelung, die religiös motivierte Beschneidungen erlaubt, wenn sie nach den Regeln der ärztlichen Kunst ausgeführt werden, als zu undeutlich.

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4 Gedanken zu “Strafrechtler Merkel fordert Ergänzung im Beschneidungsgesetz

  1. Jews Against Circumcision:

    Do not circumcise, it is barbaric, primitive and a human rights violation!

    http://www.jewsagainstcircumcision.org/

    Die waren im Bundestag zur Anhörung über das von Frau Merkel favorisierte barbarische Beschneidungsgesetz wohl ungelegen. Nur die Claqueure von der öffentlich Rechtlichen Körperschft des ZentralRats waren genehm. Nun haben wir den Kladderadatsch…. 😉

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  2. Till Benz

    „His Human Rights… start when exactly?“

    Es geht nicht darum wie oder wie viel man an einem Menschen abschneiden darf, man darf es einfach nicht!

    Es geht auch nicht darum ob es Menschen gibt die mit ihrer Beschneidung glücklich sind oder wie stark sie die Sexualität beeinflusst sondern darum, dass wessen Entscheidung das in einem Rechtsstaat sein muss, der für sich in Anspruch nimmt die Menschenrechte zu achten.

    Menschenwürde, körperliche Unversehrtheit, Recht auf sexuelle und religiöse Selbstbestimmung,
    mit nichts davon ist die Beschneidung vereinbar.

    Die Zwangsbeschneidung ist nicht einmal mit einem Rechtsstaat als solches vereinbar, denn ohne Schutz der körperlichen Unversehrtheit fehlt es an den erforderlichen Grundvoraussetzungen.
    Was sollte das für ein Rechtsstaat sein, in dem die einen sich wilkürlich an den anderen körperlich vergehen können?
    Und subjektiv und willkürlich sind nur verschiedene Begriffe für den gleichen Sachverhalt:
    Wer den Eltern die freie Entscheidung zur Beschneidung einräumt verweigert dem Kind jeden Schutz gegen diese dauerhafte und massive Veränderung seines Körpers, an einer besonders privaten stelle, teils verbunden mit dem unumkehrbaren Ritual eines religiösen Bekenntnisses.

    Man kann das Realpolitik nennen – oder man nennt es Kapitualtion.

    „Wir können Unrecht nicht immer verhindern,
    aber wir sollten immer dagegen protestieren.“

    Bei der Beschneidung geht es um Gewaltverbrechen,
    je nach Durchführung um Kindesmisshandlung und auf jeden Fall um Strafvereitlung und den offensichtlichen Bruch der Verfassung durch Staatorgane.

    Und Prof. Merkel wirbt dafür, diesen Vorgang besser zu regulieren???
    Das kann wohl nicht ernst gemeint sein, nicht von einem Juraprofessor, der in eigenen Artikeln im Rahmen der Beschneidungsdiskussion deutlich formuliert hat dass es sich bei der Beschneidung zweifelsfrei um Körperverletzung i.S.d. Strafrechts handelt – wenn auch unter dem Vorzeichen „es ist Unrecht aber wir müssen es historisch bedingt akzeptieren“.

    Unsinn! Wir dürfen es nicht akzeptieren.
    Weil es weder um Juden noch um Religion oder Geschichte geht sondern schlicht um Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit und mithin um die Grundpfeiler unserer Gesellschaft und unseres Rechtssystems.

    Religionen und Kulturen haben sich immer geändert.
    Zu meinen die seinen gefährdet wenn sie einzelne Gebote nicht mehr wortgetreu einhalten können, zeugt bestenfalls von mangelhaften Geschichtskenntnissen, eher noch von vorsätzlicher Ignoranz entgegen besserem Wissen, denn eigentlich ist das allgemein bekannt.

    Ein Kind ist keine Puppe an der man was abschneiden kann, wenn einem danach ist.
    Und ein Kind ist kein Besitz der Eltern über den diese nach Belieben verfügen können.
    So einfach ist das.
    Und so einfach ist es für jeden, der sich nicht nur mit den Lippen zu Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit bekennt.

    Die ganze Diskussion ist eine Schande für unsere Gesellschaft und sie führt dazu, dass heute wieder Staatsangestellte in Gewissenskonflikte kommen weil sie sich zwischen Gehorsam und Recht/Gewissen entscheiden müssen.
    Das sollte die Lehre aus der deutschen Geschichte sein,
    dass so was nie wieder auf deutschem Boden passiert.
    Aber genau das Gegenteil hat die Politik bisher in der Beschneidungsdebatte erreicht. Glückwunsch! Wie dumm kann man eigentlich sein oder sollte die Frage lauten wie dreist und verantwortungslos man sein kann?

    Es gibt kein „bisschen mehr“ oder „bisschen weniger“ verfassungstreu, so wie es nicht ein bisschen schanger gibt.
    Manche Dinge sind so glasklar dass es einfach nur richtig oder falsch, verfassungskonform oder eben nicht gibt.

    Die Idee die Zwangsbeschneidung besser zu regulieren ist ein bisschen weniger verfassungswidrig als sie unreguliert zuzulassen aber verfassungskonform ist einzig ein klares und uneingeschränktes Verbot (jenseits der wohl verschwindend wenigen wirklich eindeutigen medizinischen Indidkationen).
    Ein Jura-Professor sollte für die deutsche Verfassung einstehen, nicht für faule Kompromisse.

    (Wäre zu klären, was Prof. Merkel wörtlich erklärt hat, ob er wirklich eine Prozedur festlegen will oder lediglich die fehlende Festlegung als verschärfenden Misstand gebrandmarkt hat. Fakt ist, die Festlegung der Prozedur löst das Problem nicht und ist insofern irreführend.)

    http://www.sueddeutsche.de/…/beschneidungs-debatte-die…

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  3. Gabriele

    Die Grundlage für Entscheidungen sollte Wissen sein und nicht das Glauben. Doch Wissen fehlt bei Männern, Frauen und beim Fachpersonal. Dieser Beitrag entstand heute zum Jahrestag dieses unseligen Gesetzes, dass eine Hälfte der kindlichen Bevölkerung das Recht am eigenen Körper nahm.

    Die Diagnose Phimose, die eine Diagnose für ausgereifte männliche Menschen ist, wird unangebracht bei Jungen eingesetzt. Es ist so vorgesehen, dass sich die Vorhaut/Eichel-Verklebung erst löst wenn der unreife Penis so weit ist.
    Analog dazu hat das Mädchen die Korona, die fälschlicherweise immer noch „Häutchen“ genannt wird… aber eine Verklebung zum Schutz der inneren Sexualorgane darstellt. Diese löst sich ebenfalls meistens von allein, das sind dann die Frauen die eben nicht nach Penetration bluten. Niemand kommt auf die Idee innerhalb der Vagina waschen zu wollen, obwohl die Harnröhre direkt am Eingang liegt.
    Nur beim Jungen wird noch immer der Unsinn propagiert unbedingt darunter waschen zu müssen, wenn das dann nicht geht weil Vorhaut/Eichel noch immer eine Einheit bilden wird manipuliert. Entweder es kommt dadurch zu Entzündungen oder gar zur Paraphimose.

    Das Unwissen der jungen Frauen/Mütter ist beängstigend. Die Propaganda der überflüssigen Haut greift in D immer weiter um sich. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Mütter keinerlei Erfahrung haben, sie kennen teilweise nur beschnittene Partner, oder haben von den erogenen Zonen des Mannes Null Ahnung.

    Bei sogenannten aufklärenden Sendungen wie „Make Love“ wird zudem der beschnittene Penis als völlig intakt dargestellt, ohne Einbußen. Und der intakte hat einfach nur zusätzliche (überflüssige?) Haut. Warum, frage ich mich, mit welchem Ziel? Soll den jungen beschnittenen Pubertären verheimlicht werden wofür die Vorhaut gut ist, wie viel erogenes spezialisiertes Gewebe entfernt wurde? Und auch den Mädchen wird dadurch Wissen vorenthalten.
    Selbst in dem Buch „Make Love“ das auch bei Ärzten ausliegt wird die Vorhaut, mit äußeren und dem inneren (hocherogen) Vorhautblatt, dem Bändchen (ebenfalls hocherogen) und der Vorhautlippe (hochspezialisierter Tastsinn) und so weiter nicht erklärt.

    Und noch schlimmer, den Frauen wird suggeriert „die Frau merkt den Unterschied nicht“, sogar von Fachfrauen. Manche Frau wundert sich ggf. einfach nur über Irritationen, wundsein oder Entzündungen und meint es läge an ihr. Jede Frau merkt den Unterschied! Wenn der Gleiteffekt, das Gleitlager des Mannes fehlt, dass sich sonst an die Vaginahaut schmiegt, kommt es zur Reibung. Je länger Mann dann muss (kann?) desto stärker der Effekt, von unangenehmen Gefühlen (mit Verlust der Lust) bis hin zu Wundsein und auch Entzündungen. Frau ahnt nicht woran es liegt und selbst Frauenärzte klären nicht auf, sondern verordnen Gleitmittel u.a. statt z.B. auf Femidom als Hilfsmittel zu verweisen. Die verordneten Salben sollen in der Frau die Empfindlichkeit herabsetzen. Doch will ich als Frau das, will ich weniger fühlen? Ich kann nur vermuten, dass dem beschnittenen Mann die Akzeptanz der Beschneidung erhalten werden soll. Er darf nicht die Ursache der Probleme in der Frau sein. Und daher wird Femidom nicht beim Arzt benannt.

    Will der betroffene Mann dann retten was noch zu retten ist… wird er von Ärzten allein gelassen. Abschneiden können Urologen und andere… aber helfen wieder eine erogene Eichel zu bekommen. Fehlanzeige, nicht mal der Hautarzt hat Ahnung.

    Und auch Frauen haben eine Vorhaut. Bei der FGM TYP1 A Beschneidung der Frau wird diese abgeschnitten (Fachbegriff Zirkumzision). Das nennt man dann Verstümmelung. Die dann freiliegende ungeschützte Klitoris stellt nach Jahren, manchmal auch nach Monaten ihre Hauptaufgabe ein. Es bildet sich Epithelgewebe (eine Schutzschicht, dickere Haut. Ergebnis: Die Frau fühlt dort nichts mehr. Die betroffenen Frauen sehen sich selbst meist nicht als verstümmelt, wie auch viele Männer. Doch männlichen Menschen wird suggeriert, es ist überflüssiger Hautlappen.

    Infos:
    Die Vorhautlippe: hochspezialisierte Tastzellen
    Das Bändchen: hocherogene Zone
    Inneres Vorhautblatt: hocherogene Zone
    Vorhautaufgaben:
    – Schutz der sensitiven Eichel
    – Hautreserve für den erigierenden Penis
    – Gleitlager in der Vagina
    In all den erlesenen Studien zu den Auswirkungen der Beschneidung fehlen grundlegende Fragen wie z.B.:
    Warum keine Grafiken die diese Penisstellen darstellen?
    Reste der inneren Vorhautblattes, erkennbar an der helleren Hautfarbe, sind meist vorhanden.
    Reste des Bändchens sind meist vorhanden. Es ist dann ein kleiner Knubbel, bzw. eine flache Linie.
    Warum keine Fragen nach dem Lustempfinden in diesen Bereichen?
    Warum keine Fragen nach dem Beschneidungsstil, der spätestens am erigierten Penis ersichtlich ist? Fehlt den Fragenden dieses Wissen?
    Warum keine Fragen zum Einsatz von Gleitmitteln?
    Warum keine Fragen zu den Partnerinnen? Sind diese wegen vaginaler Beschwerden, Trockenheit in Behandlung? Was wird den Frauen verordnet?
    Und so weiter.

    Je nachdem wie viel abgeschnitten wird vom inneren Vorhautblatt und ob Reste des Bändchens verbleiben, ergibt dies einen Beschneidungsstil. Im Extremfall kommt es dann zu extremen Schmerzen bei einer Erektion! Kein Arzt, kein Mensch weiß wie sich der Penis entwickeln wird. Keiner kann im voraus sagen wie sich wie sich diese Beschneidung auf das spätere Erleben auswirken wird. Doch wenn alles innere und das Bändchen komplett abgeschnitten sind und die Eichel über die Jahre ihre ursprüngliche Aufgabe einstellt… wie soll dieser Mann dann Lust empfinden? Mit der Prostata möglicherweise.

    Mancher mag sich fragen, warum ich als Frau so intensiv in diese Thematik eingedrungen bin. Die Antwort ist einfach. Die Motivation steigt enorm wenn man mitbetroffen ist.

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  4. Pingback: Kirche heute, 12. Dezember 2013 | Christliche Leidkultur

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