Beschneidung: Spagat zwischen Religion und Medizin


bundestag_zirkumzisionUnzureichende Aufklärung, fehlende Schmerzbehandlung – Kritiker der Jungenbeschneidung aus religiösen Gründen geben auch ein Jahr nach der Verabschiedung des Beschneidungsgesetzes keine Ruhe. Sie sehen darin einen unrechtmäßigen Eingriff in den Körper von Jungen.

Von Corinna Buschowevangelisch.de

Bei Juden und Muslimen ist die Jungenbeschneidung jedoch zentrales Ritual und soll nach dem Willen des Gesetzgebers weiter erlaubt sein. Nun zogen Kinderschutz- und Kinderarztverbände ein Fazit nach einem Jahr Beschneidungsgesetz. Sie halten es für unwirksam. „Wir fühlen uns nicht berufen, die rituelle Beschneidung von Jungen zu verbieten“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, Bernd Tillig. Was er fordert, würde in der Konsequenz aber genau das bedeuten.

Die Debatte ging trotz Gesetz weiter

Ein Jahr lang verhielten sich die Gegner des Gesetzes zur Legitimierung der Jungenbeschneidung weitgehend ruhig. Nachdem der Bundestag am 12. Dezember 2012 das Gesetz verabschiedete, das Eltern die Einwilligung in eine Beschneidung ihres Sohnes aus anderen als medizinischen Gründen erlaubt, schien Normalität eingekehrt zu sein. Nötig war das Gesetz, weil das Landgericht Köln wenige Monate zuvor dieses Ritual als Körperverletzung gewertet hatte.

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2 Comments

  1. Die Diskussion um die (Zwangs)Beschneidung von Säuglingen bleibt auch nach dem Kniefall des Bundestages und der Bundesregierung vor dem Zentralrat der Juden, der Lobby (beschnittener) Muslime und dem Bravo der Römischen Kirche absurd.

    Während aufgeklärte, englischsprechende Juden sich – wie deutsche und europäischen Kinderchirurgen – gegen die Fortführung dieser barbarischen, bronzezeitlichen Folklore am wehrlosen Säugling wenden

    http://www.jewsagainstcircumcision.org/

    verurteilt ein jüdisches Religionsgericht eine Mutter in Israel, -nachdem sie sich über den barbarischen und für den Säugling lebensgefährlichen und schmerzhaften Eingriff informiert hatte, zu einem täglich Zwangsgeld von 140US$, den sie ihren Säugling schippelfreudigen Rabbinern entzieht. 😦

    Ein Revisionsgericht offenbarte eine menschenrechtsverachtende Ideologie hinter der Entscheidung: “ Wie würde die Welt reagieren, wenn die Beschneidung des Säuglings sogar hier (in Israel), der Beliebigkeit des persönlichen Glaubens (einer Mutter) ausgeliefert würde?“ 😦

    Bis zum 16. Lebensjahr – wenn sich das Kind selbst entscheiden könnte – wären das lockere 600.000 €. 😉 Nun weiss man wenigstens, was Gott so ’ne Vorhaut wert ist. 😉

    http://evidentist.wordpress.com/2013/11/28/der-preis-der-vorhaut/

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