Gibt es Gott? – Und etwas Kreationismus – katholisch wohlwollend


der_die_das_gottReligion schadet – dem Einzelnen und der Gesellschaft, denn sie macht den Menschen aggressiv und gewalttätig. Diese These vertreten seit einigen Jahren die so genannten „Neuen Atheisten“ um Richard Dawkins, Daniel Dennett oder Michael Schmidt-Salomon. Sie argumentieren überwiegend empirisch-naturwissenschaftlich, warum es Gott aus ihrer Sicht nicht gibt. Allerdings findet sich unter Philosophen auch eine Gegenströmung, die der Frage nachgeht, ob sich die Existenz Gottes beweisen lässt.

Von Burkhard Schäferskatholisch.de

Der Glaube an Gott ist Jahrtausende alt. Der endgültige Beweis, dass dieser Gott existiert, ist bisher niemandem gelungen. Ebenso wenig allerdings das Gegenteil, obwohl manche Wissenschaftler genau das versuchen. Autoren um Richard Dawkins fordern, die Gesellschaft solle sich offen mit religiösen Vorstellungen auseinander setzen – und dabei aktuelle Erkenntnisse der Naturwissenschaft und der Philosophie berücksichtigen. Diesen „Neuen Atheisten“ bläst Gegenwind aus unterschiedlichen Richtungen ins Gesicht.

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2 Comments

  1. Die Hypothese von der »Feinabstimmung« ist nichts anderes als der verzweifelte Versuch unserer Gottesanbeter, der Existenz des Universums einen Sinn zu verleihen: Gott schuf das Universum, um Menschen, die ihm ebenbildlich sind, entstehen zu lassen, ihn zu erkennen, ihn und die Schöpfung zu preisen.

    Angesichts des ungeheuren Aufwands eines ganzen Universums zugunsten einer erst nach Jahrmilliarden auftretenden Spezies mit Gottebenbildlichkeit auf einem winzigen Planeten am Rande einer Galaxie, von denen es etwa hundert bis zweihundert Milliarden gibt, von denen jede wiederum hunderte von Milliarden Sterne und Planeten enthält, ist das eine wenig plausible, wenn nicht gar abenteuerlich anmutende Idee. Der Gedanke einer grandiosen Überschätzung der eigenen Bedeutung dürfte wohl hier eher zutreffen. Eine Widerlegung des anthropischen Prinzips stellt ein solcher Einwand natürlich nicht dar, aber er macht es höchst unplausibel.

    Nun scheint die Wahrscheinlichkeit, dass diese Konstellation von Werten zufällig entstanden sein könnte, tatsächlich außerordentlich gering zu sein. Andererseits ist die Erfahrungsbasis – schließlich kennen wir nur ein Universum! – aber viel zu gering, um eine solche Behauptung aufstellen zu können. Dennoch: Der Gedanke eines gezielten göttlichen Eingreifens, um eine bestimmte Kombination von Leben ermöglichenden Werten zu erzeugen, kann daher einem religiös fixierten Menschen schon kommen.

    Akzeptiert man allerdings die inzwischen verbreitete und durchaus naheliegende Theorie von einem ewig wiederkehrenden, zyklischen Universum, wird immer wieder auch von allein die Konstellation von Naturkonstanten auftreten, die ein lebens- und menschenfreundliches Universum ermöglicht. Alternativ dazu gibt es inzwischen die unter Kosmologen ebenfalls verbreitete Vorstellung von einem Multiversum, also die Auffassung, dass es unendlich viele parallel existierende Universen gibt. Auch in diesem Fall würde eine solche Leben ermöglichende »Feinabstimmung« immer wieder auftreten.

    Das Argument mit der sog. Feinabstimmung ist deshalb haltlos.

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