Wenn sich eine Stadt von der Kirche trennt


Münster, Bild: bb
Münster, Bild: bb
Eigentlich sind Kirche und Staat getrennt. Doch in Schulen, Unis und Kliniken kooperieren sie eng. Was, wenn man am Beispiel von Münster Ernst machte mit der Trennung?

Von Malte Buhse und Anne-Sophie LangZEIT ONLINE

Wäre sie nicht katholisch, Ursula Hockmann dürfte ihren Job nicht machen. Obwohl der Staat ihr Gehalt zahlt. Hockmann leitet die Martinischule im westfälischen Münster. Die Grundschule in der nördlichen Innenstadt ist ein seltsames Konstrukt: Sie ist eine staatliche Schule und nennt sich trotzdem katholisch. Lehrer, Räume und Bücher werden mit Steuergeldern bezahlt, der Staat hat die Trägerschaft übernommen. Doch die Martinischule nimmt bevorzugt katholische Kinder auf und bietet nur katholischen Religionsunterricht an. Als Schulleiterin muss auch Hockmann katholisch sein. „Ich leite ein überkommenes System“, sagt sie selbst. Ein System, das noch immer verbreitet ist.

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