Kurt Flasch: Wer die Kirche schmäht, verbessert die Gesellschaft


foto: wolfgang becker Bemüht sich um „ruhige, heitere Distanz“ im Umgang mit dem katholischen Lehrgebäude: Kurt Flasch in seiner aktuellen Streitschrift „Warum ich kein Christ mehr bin“.
Kann man das Christentum „auf sich beruhen lassen“? Zur Religionskritik von Kurt Flasch

Von Kurt RebhandelderStandard.at

Bei der Angelobung der neuen Regierung in Deutschland wollte kürzlich kein einziger Minister auf höheren Beistand verzichten: „So wahr mir Gott helfe“, so lautete die Schlussformel bei allen Amtseiden, auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zum Glück fragt in so einer Situation niemand, was denn mit dem Wort Gott dabei genau gemeint ist. Die Antworten darauf würden wohl ein hübsches Panoptikum der diffusen Religiosität in einem Land wie Deutschland ergeben. Die meisten Leute sind in einer nicht kontroversen Weise irgendwie gläubig. Das zieht auch der Religionskritik den Stachel.

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2 Comments

  1. Gläubigkeit ist eindeutig das falsche Wort. Der Mensch sucht in jedem Vorkommnis – sei es aktiv oder passiv – einen Sinn mit Verursacher. Je ungebildeter derjenige ist, umso weniger versteht er warum viele Dinge vorkommen oder warum sie so sind wie sie sind.

    Um den Wissensdrang nach Ursache und Verursacher zu befriedigen, werden Fiktionen erfunden, gemeinhin als Religionen tituliert. Zwangsläufig war in der Vorzeit das ganzen Leben durchdrungen von Zombies, Dämonen und guten Geistern, die alle durch Kulte besänftigt werden mussten. Bei Machtmenschen ohne Moral und Empathie wurden und werden diese Kulte genutzt und missbraucht, um Andere auszubeuten und auf deren Kosten und Prunk und Protz zu leben

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  2. „Das zieht auch der Religionskritik den Stachel.“
    Nein, solange der Verstand arbeitet und Vernunft hervorbringt, sollte man der Religionskritik nicht unbedingt den Stachel ziehen. Natürlich kann jeder glauben was er will. Nur ist es für Nichtgläubige halt nicht immer ganz einfach sein „Fremdschämen“ zu unterdrücken oder zu akzeptieren und da darf und sollte Kritik ruhig angebracht sein.

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