Iran: „Mit Religion ist kein Staat zu machen“


Raus aus dem Mief. Tausende Teheraner zieht es freitags in die Berge am Stadtrand. In der Hütte feiern die jungen Leute. – Foto: Katharina Eglau
Bilder von geschminkten Frauen? Verboten. Dabei werden Kosmetika im Iran tonnenweise verkauft. Schnapstrinkende Romanhelden? Verboten. Obwohl wilde Partys längst zum Alltag gehören. Die Bigotterie zermürbt die Menschen in Teheran. Aber sie sind sicher: Das System ist am Ende.

Von Martin GehlenDER TAGESSPIEGEL

Es sind intime Momente. Die Frauen betrachten ihre Gesichter, ernst und konzentriert. Die eine zupft ihre Augenbrauen, die andere zieht sich einen Lidstrich. „Das Selbst der Frauen“, nennt Nadia Shams ihren Zyklus. Fünf Jahre lang hat sie an den 15 großformatigen Ölbildern gearbeitet. Im Oktober wagte es die Shirin-Galerie in Teheran, ihre ungewöhnliche Serie auszustellen. Zwei Wochen ging alles gut, dann kam der Anruf. „Komm, hol alles ab, das Ministerium für Kultur und islamische Führung hat Probleme damit – und wir wollen keinen Ärger“, sagte der Galerist.

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