Kann man Gott wissenschaftlich beweisen?


science_beliefSo oder ähnlich wird immer wieder gefragt, wenn es darum geht, ob ein Gottesglauben vernünftigerweise gerechtfertigt werden könne. Und in der Geschichte des Abendlandes, von den Anfängen im griechischen Denken bis heute, hat diese Frage viele Denker beschäftigt. Doch schon die Formulierung dieser Frage verlangt nach Klärungen. Zunächst einmal ist zu fragen, was denn überhaupt als ein Beweis in dem geforderten wissenschaftlichen Sinne gelten kann.

Von Dirk EversEvangelische Akademie im Rheinland

Nicht jedes Argument ist ein Beweis. Es gibt Argumente, die Annahmen mehr oder weniger plausibel machen, aber nicht schon beweisen. Es gibt andererseits Sätze, die eines Beweises weder fähig noch bedürftig sind, weil sie zum Beispiel zu den Voraussetzungen des Beweisenkönnens selbst schon gehören oder weil sie als unmittelbar einleuchtend verstanden werden (z.B. das Prinzip der Widerspruchsfreiheit oder der Satz vom zureichenden Grund oder der Verweis auf direkte Sinnes- oder Selbsterfahrung).

Was ist ein Beweis? Und was ist sein Ziel?

Als ein Beweis in einem strengen Sinne dürften im Allgemeinen deduktive Argumente gelten, die aus bereits anerkannten Sätzen durch logische Folgerung Schlüsse ziehen. Deduktiven Argumenten stehen weniger strenge Beweise zur Seite, die aus Beobachtungen mit Hilfe induktiver, d.h. von Einzelbeobachtungen auf Allgemeines schließender Verfahren Behauptungen begründen. Solche Verfahren dürften als wissenschaftliche Beweise in vielen empirischen Wissenschaften Gültigkeit haben, wobei hier eine grundsätzliche Widerlegbarkeit durch neue Erkenntnisse nicht schlechthin ausgeschlossen werden kann.

Dabei spielen weniger fundamentale Grundannahmen eine wichtige Rolle als die Plausibilität des Gesamten einer Theorie und die Fülle voneinander unabhängiger Belege, die zu einem solchen Beweis beitragen. So dürfte das sich unmittelbar nahelegende Verständnis eines „wissenschaftlich“ geführten Beweises für viele Zeitgenossen in Analogie zu naturwissenschaftlichen Bestätigungen gesehen werden: Als wissenschaftlich bewiesen kann das gelten, was im Rahmen empirisch überprüfbarer Theorien entweder als Gegenstand erwiesen (wie z.B. das Elektron) oder indirekt als theoretischer Begriff plausibel oder gar unabweisbar gemacht werden kann (wie z.B. das elektromagnetische Feld). Nur dann wäre in dieser Sicht ein wissenschaftlicher Gottesbeweis gelungen, wenn der Unterschied empirisch feststellbar wäre, den seine Existenz bzw. Nichtexistenz für eine naturwissenschaftliche Beschreibung der Wirklichkeit machen würde. Doch wäre ein solches Verfahren wirklich auf so etwas wie Gott anwendbar?

Eine besondere Rolle spielen dann noch in vielen Wissenschaften einschließlich der Mathematik die so genannten indirekten Beweise, die aus der Widerlegung einer Annahme auf die Wahrheit ihres Gegenteils schließen. Auch solche Beweise sind nicht unumstritten, aber vielfach unverzichtbar. Sollen wir uns also mit unserem Thema sinnvoll auseinandersetzen, so wäre jeweils zu fragen, um was für eine Art von Beweis es sich handelt.

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5 Comments

  1. @Toni
    Danke, aber solche krampfhaft, verschwurbelte, ewigbillige und in erster Linie speziell auf leichtgläubige Schafe ausgerichtete Abwehr-, Erklärungs- und Verwirrungsversuche, kennt man ja seitens der Religioten seit jeher.
    Ich werde trotzdem die Anmerkungen eines ernst zu nehmenden, weltweit anerkannten Wissenschaftler-Genies, den Hirngespinsten eines alkoholabhängigen, neurotischen und sexfantasierenden Poeten, vorziehen. 😉

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  2. @ Rolo

    Swinburne hat es besser begriffen als Sie und Hawkins er sagt vollkommen zu Recht:

    „Ich bestreite nicht das die Wissenschaft erklärt, aber ich postuliere Gott um zu erklären warum die Wissenschaft erklärt“.

    Lawrence Krauss, Dawkins, Hitchens, Hawkins ect. wurden in meinen Augen von Prof. Lennox in seinen Rededuellen mit ihnen / Vorträgen über sie vollkommen entzaubert / argumentativ vernichtet und wegen Kompetenzüberschreitung (als Fachidioten) zu Recht der Lächerlichkeit preisgegeben.

    Hier Lennox zu Hawkins:

    hier in einer Radiodebatte mit einem der arrogantesten und überheblichsten Arschlöcher des Alls – Lawrence Krauss:

    und hier sein letzter Vortrag in deutsch an der Uni Wien:

    Allgemein muß man sagen, daß im angelsächsischen Raum die Gottesfrage auf einem ganz anderen Niveau debattiert wird als im säkular-durchgeknallten Europa. Eine herrliche Redeschlacht sei hier aus Oxford verlinkt:

    und hier noch von Peter Hichtens (Bruder des bekannteren Atheisten Christopher Hitchens):

    Gruß

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  3. Stephen Hawking hat einmal gesagt:
    „Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig.“
    Die Religioten können allerdings nicht behaupten: “ Man kann nicht beweisen, dass es Wissenschaft gibt. Aber Gott macht die Wissenschaft überflüssig“.
    Ergo: Wenn es also einen allmächtigen Gott gäbe, gäbe es mit Sicherheit keine Wissenschaft. ABER ES GIBT SIE !

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  4. —————–
    Als ein Beweis in einem strengen Sinne dürften im Allgemeinen deduktive Argumente gelten, die aus bereits anerkannten Sätzen durch logische Folgerung Schlüsse ziehen.
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    Wissenschaft ist eine offene, freie und im Ergebnis neutrale Methodologie des Zweifels, sie nutzt Theorien, Hypothesen, Tests, Fakten und Fossilien wieder und wieder auf der Suche nach einer beweisbaren Erklärung für eine allen Forschenden frei zugängliche und beliebig prüfbare Realität. Freies Denken im Zweifel reduziert Theologie zur Pseudo-Wissenschaft mit Wundern, Engeln, göttlichen Zombies und Dämonen, alles als ewig wahre und unantastbare Paranoia.

    Trotz rasanter Zunahme des Wissens in den letzten 100 Jahren sind wir weit davon entfernt die Einzelheiten unser Existenz und die des Universums zu erfassen. Nirgendwo ist auch nur näherungsweise ein himmlischer Zombie aufgetaucht, von denen es ja mehr als 3000 geben soll, die alle all-mächtig, all-wissend und all-gütig sind und trotzdem auf der Erde nur Scheiße bauen

    Der Intellekt der heiligen Schwurbler wie Vatikan usw. tendiert dabei eher gegen NULL, Von derenSeite ist Nichts zu erwarten außer das Fleisch von Untoten zu fressen und deren Blut zu saufen wie einst Graf Dracula.

    Folglich ist logisch betrachtet die Existenz himmlischer Zombies nur eine Paranoia in unserem Gehirn, das uns üble Streiche spielt

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