Mad Nick: Vom Neonazi zum Islamhasser


Mad Nick, das Bollwerk der Christenheit. Foto von Julia Sinkowicz
Das erste Mal traf ich Nick Greger im Fantasiestaat von Peter Fitzek, wo wir die Doku Königreich Deutschland gedreht haben. Greger wurde mir als Diamantenhändler aus Afrika vorgestellt, der gerade eben von einer Reise nach Simbabwe zurückgekehrt sei, wo er angeblich mit Vertretern von Präsident Mugabe die Möglichkeit diplomatischer Beziehungen ausgelotet habe. Ich schnappte mir seine Visitenkarte und recherchierte kurz im Internet.

Fringes – VICE

Wer war dieser Typ mit der „Mad Nick“-Tätowierung auf dem kahlen Schädel? Gleich der erste Artikel, den ich auf einer Dresdner Antifa-Seite fand, lieferte mir die folgenden Informationen: „Umgestiegen statt ausgestiegen. Der deutsche Nick Greger war jahrelang aktiver Nazikader. Im Jahr 2000 wurde er wegen Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags verurteilt. 2005 stieg er mithilfe des Bundesprogramms Exit aus der Szene aus. Nun, sieben Jahre später, gilt er als Schlüsselfigur einer anti-islamischen Rechten. Sein Interesse für Waffen ist ungebrochen, vieles weist zudem auf Verbindungen zum norwegischen Attentäter Anders Breivik hin.“

Ich las den Bericht und erfuhr, dass Greger wegen schwerer Körperverletzung und später auch wegen dem Bau einer Rohrbombe in Haft saß und nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nach Südafrika geflohen war, weil ihm eine weitere Haftstrafe drohte. Dort angekommen, schloss er sich dem radikalen burischen Widerstand an, um eine paramilitärische Ausbildung zu erhalten. Als er im Auftrag der „Afrikaner Weerstandsbeweging 777“ Waffen in Namibia kaufen sollte, verliebte er sich in eine schwarze Frau, was sein Weltbild erschütterte.

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