Neues über Hitlers Coup in Braunschweig


Adolf Hitler im Oktober 1931 vor dem Schloss bei einem mehrstündigen Aufmarsch der SA. Foto: Archiv/Stadtarchiv
Interview mit Professor Ulrich Menzel über die Einbürgerung, die wohl mehr bedeutete als bislang angenommen.

Von Henning NoskeBraunschweiger Zeitung

Professor Ulrich Menzel ist Lehrstuhlinhaber für Internationale Beziehungen und Vergleichende Regierungslehre an der TU Braunschweig und Geschäftsführender Leiter des Instituts für Sozialwissenschaften. Mit ihm sprach Henning Noske.

In einem neuen Forschungsbericht beschäftigen Sie sich mit der Einbürgerung des Österreichers Adolf Hitler durch den Freistaat Braunschweig im Jahr 1932. Sie haben sich noch einmal besonders gründlich in diese Geschichte hineingekniet, von der man glaubte, dass sie nichts Neues mehr liefert. Warum?

Die erste Idee, Hitler in Deutschland einzubürgern, lautete, ihn zum Professor für „Organische Gesellschaftslehre und Politik“ an der TH Braunschweig zu berufen – so hieß der Titel damals.

Dafür war eine freie Professur an der Kulturwissenschaftlichen Abteilung reserviert, die zuvor mit dem Reformpädagogen Riekel besetzt war. Riekel war von dem damaligen Nazi-Minister Franzen aus politischen Gründen entlassen worden. Für mich stellte sich nun die Frage, ob diese Hitler-Professur womöglich der Anfang der Politikwissenschaft in Braunschweig gewesen ist.

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