Deutsche ziehen in den Dschihad


Bild. BZ-Berlin
Er ist zum Islam konvertiert, hat sich einen langen Bart wachsen lassen. Weihnachten ist er in die Türkei zu einem religiösen Seminar gefahren. Ob er zurückkommt?, fragt sich seine Mutter. Oder zieht er weiter nach Syrien – in den „Heiligen Krieg“? Die Geschichte eines verlorenen Sohnes.

Von Barbara NolteDER TAGESSPIEGEL

Wie sie ihn einschätzten, fragt die Mutter die Männer, die sie immer wieder besuchen. Sie erkundigt sich nach ihrem ältesten Sohn. Einer der Männer ist Kriminalpolizist in der benachbarten Kreisstadt, Abteilung Staatsschutz. Er hat den Sohn observiert. Der zweite Mann arbeitet beim Verfassungsschutz in der Landeshauptstadt, er kennt ihn aus Akten. Alle paar Monate kommt der eine oder der andere zu der Familie raus aufs norddeutsche Land gefahren. Neulich, berichtet die Mutter, habe der Verfassungsschützer zur ihr gesagt, er traue dem Sohn durchaus zu, dass er in den Heiligen Krieg ziehe. Was sie tun könne, um ihn davon abzuhalten, wollte sie vom Polizisten beim Staatsschutz wissen.

Der meinte lakonisch: Da helfe nur noch beten, „aber zum richtigen Gott“.

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