Dürfen Hipster Kopftuch tragen?


Ein Video, in dem hippe Muslimas zur Musik von Jay-Z durch eine Großstadt laufen, hat in Amerika einen Streit über Identität entfacht.

Welt am Sonntag

Kürzlich tauchte im Internet dieses Video auf: Zweieinhalb Minuten lang zeigt es, wie ein paar junge, gut aussehende Frauen zu Jay-Zs Stück „Somewhere in America“ durch eine Großstadt laufen, ins Gegenlicht blinzeln, ansehnlich auf Feuerleitern herumstehen, Selfies schießen, Skateboard fahren, High Heels tragen. Und Hijabs – das muslimische Kopftuch.

Das Video heißt „#Mipsterz“, das steht für „Muslim Hipster“ und wurde innerhalb kürzester Zeit dermaßen oft kommentiert, dass es den Sprung in diverse Onlinemedien schaffte. Und die Diskussion um eine zeitgenössische Sozialfigur neu belebte, die, seit sie vor ein paar Jahren von Mark Greif in dem Buch „What Was The Hipster“ schon retrospektiv beschrieben, erst zu Tode analysiert wurde und in der Folge als Bezeichnung eine ziemliche sprachliche Entwertung erfuhr. Als Hipster gilt mittlerweile jeder, der gerade noch jung ist und nicht total unzeitgemäß aussieht. Auch die Frauen im Video – darunter Ibtihaj Muhammad, Mitglied des US-amerikanischen Fechtteams, die Orientwissenschaftlerin Amina Sheikh und Noor Tagouri, die erste amerikanische Nachrichtenmoderatorin, die mit Hijab vor die Kamera trat – sind mit ihren schmalen Hosen, dem Ethnoschmuck und den Ballerinas ganz normal modisch (dabei aber nach allen religiösen Standards anständig) gekleidet. Nicht mal ein nerdiges Brillengestell ist zu sehen oder was sonst gerade als Ausweis des Hipstertums gilt.

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