Muslim von Christen-Mob getötet und gegessen


Der Konflikt in Zentralafrika gerät zunehmend außer Kontrolle: Ein christlicher Milizionär greift einen mutmaßlichen Offizier der muslimischen Seleka-Miliz in der Hauptstadt Bangui mit einem Messer an. Foto:AP
Im Bürgerkrieg in Zentralafrika tauchen grausame Einzelheiten der Kämpfe zwischen Christen und Muslimen auf. UN-Mitarbeiter befürchten, dass die „Mega-Krise“ nun völlig außer Kontrolle gerät.

Von Christian PutschDIE WELT

Das bislang grausamste Detail des Bürgerkriegs in der Zentralafrikanischen Republik, ein öffentlicher Akt des Kannibalismus, schilderte der Täter selbst. Ein muslimischer Mann war vor einigen Tagen in der Hauptstadt Bangui von einem Mob Christen getötet worden. Sie hatten ihm mit Macheten ein Bein abgetrennt.

Einer der Täter, der sich dem britischen Fernsehsender BBC später als Ouandja Magloire vorstellte, schnitt ein Stück Fleisch von der Leiche und aß es roh. Mehrere Augenzeugen filmten den Vorfall mit ihren Handys. Später erklärte Magloire im BBC-Interview freimütig, er habe seine schwangere Frau, seine Schwägerin und deren Baby rächen wollen. Sie alle seien von Muslimen getötet worden. Sein Opfer war freilich nicht beteiligt, aber das macht in dem Land derzeit kaum einen Unterschied.

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