„Hexenprozess“ und Fluchgefahr


Bild: svz.de
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Eine 56 Jahre alte Hexe erleichtert eine Immobilienkauffrau und eine Zahnärztin um 30.000 Euro. Sie soll vorgetäuscht haben, den Frauen mit übersinnlichen Fähigkeiten über ihren Liebeskummer hinwegzuhelfen. Die Hexe sieht sich jedoch als Opfer eines Racheplans.

Von Stefan BehrFrankfurter Rundschau

Die Hexe ist so weit ganz knusper. Name: Selma C., Alter: 56, Staatsangehörigkeit: „Witwe“, Berufsausbildung: „Ich hab‘ in der Küche ausgeholfen“, derzeitiger Status: „nicht mehr richtig bei Sinnen“.

Verbuddelte Knochen

Die Hexe hat laut Staatsanwaltschaft das getan, was Hexen eben so tun: verzweifelten Menschen das Geld aus der Tasche hexen. Beim Hokuspokus hat sie sich immerhin Mühe gegeben: Zeuginnen berichten von Knochen, die nachts auf Frankfurter Friedhöfen in Gräbern verbuddelt wurden, von Gebetszetteln, die entweder an herkömmliche Schafe verfüttert oder – in Wasser aufgelöst – dem Liebsten in spe als Drink serviert wurden. Vor dem Amtsgericht macht die Hexe auf bekloppt, was ihr gutes Recht ist, denn schließlich ist sie wegen gewerbsmäßigen Betrugs angeklagt.

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