Religion: Das Übel beginnt mit der Unterscheidung von Gut und Böse


Bild: Südkurier
Sind Religionen, die einen Gott kennen und verehren, von Haus aus gewaltbereit? Vatikan-Kommission greift in Debatte ein

Von Uli FrickerSüdkurier

Es ist eine alte Geschichte: Religionen, die um einen einzigen Gott kreisen, seien von Natur aus gewalttätig. Dazu zählen, wenn die Theorie denn stimmt, Judentum, Christentum und Islam, also die drei großen Monotheismen. Umgekehrt seien Kulte mit mehreren Göttern und Gottesbildern von Haus aus friedlich – Buddhisten oder Hindu-Anhänger zum Beispiel. Die Einteilung in friedfertige und friedlose Religionen hat nach dem 11. September 2001 an Plausibilität gewonnen. Seitdem gilt es als ausgemacht, dass Terroranschläge vor allem auf das Konto des Islam gehen. Dieser kennt nur einen Gott, Allah.

weiterlesen

5 Comments

  1. Buddhisten haben keine Götter. Trotzdem greifen auch einige von denen (wenn auch selten) auf Gewalt zurück um ihre Interessen zu vertreten.
    Hinduismus ist ein polytheistisches System dessen Anhänger ebenfalls häufiger gewalttätig werden.
    Ebenso gibt es Menschen in den monotheistischen Bereichen welche einhundertprozentig friedlich leben.
    Vielleicht hat ja die Religion selbst überhaupt nichts mit Gewaltbereitschaft zu tun? 🙂

    Liken

  2. „Du sollst keine fremden Götter neben mir haben“ ist das Kriegsgeschrei eines eifersüchtigen und brutalen morgenländischen Gottes gegen die Kulturen eines antiken Götterhimmels. Bis zum Anspruch dieser Alleinherrschaft gab es Neugier und Koexistenz; aber der Monotheismus gibt erst nach der Friedhofsruhe jeder anderen Kultur auf. 😦 😦

    Liken

  3. „Wenn es Gott nicht gäbe, auch keine Moral, lautet die an Niedrigkeit nicht mehr zu unterbietende Doktrin. Moralisch gut handle einer deswegen, weil er den großen Kläger, Richter und Vollstrecker fürchtet, Blutkelter in Harmageddon. Semitischen Vorstellungen von Religionsterror gemäß entsprösse Angst Moral. Entsprechend fällt sie aus.
    Theist benötigt zwingend den Willen Gottes als Instrument, mit dem behende er jongliert. Es macht ganz andern Eindruck, wenn von Gottes Repräsentanten der Frevler angeklagt, im Namen Gottes verurteilt werden kann, und der gottgewollten Strafe zugeführt, als wenn nur Hinz und Kunz etwas zu nörgeln hätten.
    Dazu muß der Unterschied von gut und böse, der für die Frage von Gottes Existenz vollkommen belanglos ist, dem Allmächtigen aufgenötigt werden. Theist bestimmt, was Gott zu wollen hat.
    Selbst wenn Gott existieren würde, ergibt sich
    daraus gar nichts in bezug auf Ethik
    und Moral. Man sieht, wie unredlich Theist agiert. Sein Gutdünken fälscht er in Willen Gottes um, Existenzfrage verkehrt in eine Frage der Moral.
    Theist, der den Unterschied von wahr und falsch bezüglich Gottes Existenz als inadäquat, als irrig diffamiert hat, gründet nun den andern Unterschied von gut und böse auf etwas, was es gibt und nicht gibt, also auf nichts. Desto erbitterter pocht er auf der Sittlichkeit religiösen Ursprung.
    Zusammenhang, der dank der Invention von Gottes Wille zwischen Existenz und gut und böse in reinster Willkür hergestellt, ist der moralische Tiefpunkt des Theismus. Er offenbart entehrende Minderwertigkeit.
    Religiöse Motive für Moral sind niedrige Beweggründe,
    um „Schätze im Himmel“112 zu sammeln. Der barmherzige Samariter113 handelt zugunsten des Opfers, aber nicht um des Opfers willen. Die gute Tat ist side effect. Der Figur des JESUS
    wird die Geschichte in den Mund gelegt als Antwort auf die Frage: „Was muß ich getan haben, um dereinst das ewige Leben zu erben?“114
    Nur weil der barmherzige Samariter etwas haben will, gibt er.“
    Christoph Zimmer: Theist – Atheist.

    Klicke, um auf Theist.pdf zuzugreifen


    Seite 64
    „Das gefährlichste Gebiet, in das seriöser Atheist geraten kann, das Theist für seinen Nächsten, Bruder und sein geschätztes Mitgeschöpf komplett vermint hat, ist Ethik und Moral. Atheist, das liegt überall vor Augen, hat noch bei weitem sich nicht klar gemacht, auf welchen Grundlagen theistische Moral beruht. Letzten Endes ist sie darauf aus, daß er liquidiert wird, spätestens im jüngsten Gericht.
    Solange Religion, durch Aufklärung, Wissenschaft in Schranken gewiesen, institutionell an totalitärer Dominanz gehindert, sagt sie, Gott erledige das für sie, überläßt es größtenteils, bestimmte Fälle freilich erfordern sofortige Ausführung seines Willens, der Apokalypse, wo sozusagen Gott die Drecksarbeit zu machen hat, gewinnt sie an Stärke aber, beherrscht unter Umständen eine Kultur allein, erledigt
    sie es lieber selbst. Schließlich kann auch sie nicht sicher sein, ob Gott tatsächlich so entscheiden wird, wie laut den Offenbarungsinterpreten eschatologisch er entscheiden müßte.
    Religion greift Gott gern vor, hält es durchaus für angebracht, daß schon jetzt Frevler mundtot, tot gemacht, oder zumindest mit Gefängnisstrafe bedroht, damit der Ewige, der sich ja nicht wehren kann, vor „Lästerung“ Rechtsschutz erfährt, den ihm seine Kreaturen gönnerhaft gewähren.“
    Ebenda Seite 65
    „Europa, dessen pagane Kultur durch orientalische Fremdreligionen ausgelöscht, Auslöschen eine der charakteristischen Eigenarten der Religionen des Friedens, soll heute jüdisch-christlich-muselmanisch sein, also asiatisch, also nicht europäisch. Infolge jahrhundertewährender Gehirnwäsche denken viele, Europa hätte vorderasiatische Wurzeln, Jerusalem sein Ahne.
    In Rom und Brüssel saßen und sitzen jene, die Europa verleugnet haben, verraten und verkauft. In Aachen verleiht man ihnen dafür Preise, im Namen des CHARLEMAGNE, der dem
    heidnischen Europa den Rest gegeben hat.
    Das sollten sich Apologeten angeblich westlicher Werteordnung, in Wirklichkeit handelt es sich um Unwerte asiatischer Überfremdung, mit denen das vorchristliche Europa niedergetrampelt worden ist, so daß von
    seinen Werten nichts mehr übriggeblieben, ein bißchen besser überlegen. Wer biblische Werte für westlich hält, sieht nur den
    status quo, nicht das Verbrechen, dem er sich verdankt.
    Theist will keinen Gott, der für sich selber sorgt. Stets sorgt er für ihn, nicht umgekehrt. Was Gott will, setzen Menschen durch. Deshalb beißen andere ins Gras.
    Gottes Wille wäre viel weniger zu fürchten, wenn uns nicht statt seiner die Willkür unsrer Nächsten zugemutet würde.
    Nichts ist vom Humanum so weit entfernt wie Religion in ihrem kindisch-brutalen Denken, das des Lebens Veränderlichkeit, Entwicklungsfähigkeit und Potentialität auf alternative Entscheidungen zusammenschlägt.
    Moralischer Dualismus stellt sich als der direkte Weg heraus bis zu dem Punkt, an dem sie von Kriminalität116 kaum noch zu unterscheiden ist. Die Blutspur, die die Geschichte durchzieht und ins Extraterrestrische weiterführt, auch der Mond wird zu Blut verwandelt werden,117 Ausweis, daß Religion, der zeitliche und ewige Vernichtung von Werten, Arbeit, Menschen wesentlich, der allerungeeignetste Kandidat, zur Grundlegung der Sitten irgendetwas beizutragen.
    Theist als Systematiker der Religion hat viel getan, damit es anders aussieht. Sein Hauptverdienst Immunisierung, das Programm, Religion von vornherein als ethisch unangreifbar aufzubieten, als Garant des Guten, Hort der Werte, ohne die der weisungsgebundene Katechumene gar nicht wüßte, was gut und böse.
    Der den Maßstab setzt, wendet ihn natürlich an, so daß, wer ihn in Frage stellt, gegen das Gute sich bereits vergangen hat, böse ist. Die Masche äußerst hilfreich.
    Wenn Menschen Gutes tun, dann nicht weil sie
    es tun, sondern weil Religion sie angewiesen, Gott ihnen die Hand geführt. Gutes ist nicht ihr Verdienst. Tun sie Böses, können sie hingegen nicht es auf Religion abschieben, müssen es sich
    selbst zurechnen lassen.
    Und wenn in Verworfenheit Religion sogar mißbraucht, benützt wird, um des Bösen willen, exponiert der Mißbrauch ihre Unschuld, Sauberkeit und Güte noch viel mehr als ihre Propaganda.118
    Gutes täte Mensch kraft Religion, Böses, da er ungläubig und widerspenstig. Ein solches System, abgesehen von seiner vulgären Primitivität, und abgesehen auch von seiner Schäbigkeit und Perfidie, setzt Moral und Amoral in eins. Theist hat es installiert.
    Wer ethische Orientierung sucht, Anstand in sein Leben bringen will, ist mit Theismus auf der falschen Fährte. Er muß umkehren, sich auf Vernunft besinnen.
    Atheist, wenn er des Theismus Fallen zu umgehen lernt, je ferner er sich von ihm hält, je weniger durch ihn noch infiziert, desto eher ist
    er der bessere Mensch.“
    Ebenda Seite 65 bis 67

    Liken

Kommentare sind geschlossen.