Staatsleistungen: Gut aufgehoben


Bild: tilly
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Das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland ist nicht nur originell. Es ist auch wohl ausbalanciert.

Von Professor Dr. Josef Isensee – Frankfurter Allgemeine

Die Staatsleistungen an die Kirchen sind in Verruf gekommen. Eine Gesellschaft ohne historischen Sinn, die sich den Kirchen entfremdet hat, bringt wenig Verständnis auf für die aus alten Tagen überkommenen „Dotationen“. Diese erscheinen als Fossilien aus längst versunkenen Epochen des Staatskirchentums. Immer wieder erhebt sich die Forderung, mit ihnen ein rasches Ende zu machen, besonders ungeduldig angesichts der skandalisierten Fälle von Misswirtschaft und Missbrauch in der Hülle hierarchischer Geheimnistuerei. Ob jedoch diese Fälle überhaupt mit Staatsleistungen zu tun haben, wird in Enthüllungsfeuer und Entrüstungsqualm nicht gefragt. Der Skandal ist nicht die Stunde der Differenzierung. Zur Delegitimation aber hat er allemal die Macht.

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2 Comments

  1. Die Leistungen an die beiden Amtskirchen belaufen sich in Deutschland auf 20 Milliarden/Jahr

    In Städten wie Hamburg verlassen 10.000 Menschen/Jahr ihre Kirche. Nur 18% der Gläubigen besuchen die Kirche einmal im Monat, 66% haben nie eine betreten und 16% glauben nicht an Zombies. Etwa 38% oder 23 Mill. der BRD Christen sind „Taufscheinchristen“, die 205 €/Jahr Kirchensteuer zahlen und das Geschwurbel ignorieren. Nur 9% (2,7% total) der Katholen glauben die 245 RKK Dogmen, 6% (1,7%) bei den Evangelen.

    Das Bistum Speyer löst 124 von 346 Pfarreien auf, Würzburg 455 von 619, Magdeburg 44 von 186, Erfurt 10 von 16, Freiburg 747 von 1075, Trier 216 von 389 Hildesheim 224 von 348, Essen 216 von 259, Aachen 379 von 450, Augsburg 800 von 1.000, Berlin 70 von 100 usw. Das sind 3285 Pfarreien in nur 11 der 27 Bistümern, durchschnittlich schließen 75% der RKK Pfarreien. Die Kirchenbauten reduzieren sich auf aktiv 1.500, die Bistümer auf 7.

    Über 27.000 der etwa 33.350 Kirchenbauten in der BRD sind überflüssig. Die vergeudeten Gelder würden ausreichen 1 Million gut ausgestattete Sozialwohnungen für 4 Millionen Menschen zu bauen. Zukünftig verlesen Freiwillige Märchen als „Wortgottesdienste“ für wenige Einfaltspinsel. Auch die RKK Orden mit noch 22.000 Nonnen sterben in etwa 25 Jahren aus. Österreich hat 33 Orden mit 677 Mitgliedern, das Durchschnittsalter beträgt 70 Jahre, Neueintritte sind fast Null.

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